Arbeitszeit - Wifo/IHS-Chefs besorgt über fehlende Lösungskompetenz
Wien (APA) - Die Leiter von Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und Institut für Höhere Studien (IHS), Christoph Badelt und Martin Kocher, ...
Wien (APA) - Die Leiter von Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und Institut für Höhere Studien (IHS), Christoph Badelt und Martin Kocher, zeigten sich am Freitag besorgt über mangelnde Problemlösungskompetenz bei einer „vergleichsweise kleinen Reform“ wie der geplanten Arbeitszeit-Flexibilisierung. „Wie sollen wir dann etwa eine große Pensionsreform zusammenbringen?“, fragte sich Kocher.
„Das wirkliche Problem“ ist für Wifo-Chef Badelt, „dass die politische Diskussion mit Übertreibungen arbeitet, die schon ans Lächerliche grenzen - auf beiden Seiten. Das trägt alles nicht zu einer Lösung bei“.
Wie Badelt steht auch Kocher einer Arbeitszeit-Flexibilisierung grundsätzlich positiv gegenüber, derzeit würden sich aber „die Gegensätze übersteigern: Jeder findet gute und schlechte Beispiele - auf beiden Seiten“, erklärte der IHS-Leiter am Freitag bei der Vorlage der neuen Konjunkturprognosen .
Begrüßt hätten beide Institutschefs eine Einigung mit Einbindung der Sozialpartner, also der Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Fragen der Zuschläge und auch der Freiwilligkeit müssten sich rechtlich klar klären lassen, ist der Wifo-Chef überzeugt. Ob sich durch die von der Regierung geplante Reform die betriebliche Mitbestimmung ändere, sei eine politische Frage und keine für Ökonomen. Badelt schätzt, dass von den 3,6 Mio. unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich rund 2,5 Mio. dem Arbeitszeitgesetz unterliegen und damit von der Reform betroffen wären. Ein großer Teil habe heute schon solche Regelungen in einem Kollektivvertrag oder einer Betriebsvereinbarung, vor allem in der Industrie, für die sei die Wirkung kleiner, so Badelt.
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