Gesellschaft

Diskussion über das Vieh und die Alm

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Von Florian Haun...

Von Florian Haun

Söll –„Dieser neue Schaustall der Familie Ager ist ein Paradebeispiel dafür, dass es sich lohnt, vom Tourismus wieder in die Landwirtschaft zu investieren“, betonte Tirol-Werbung-Chef Josef Margreiter beim ersten Alm-Forum, welches am Sonntag im Rahmen der Eröffnung des neuen Schaustalls „Am Vieh Theater“ bei der Stöcklalm in Hochsöll stattfand.

Das rund eine Million Euro teure Projekt ist kein gewöhnlicher Stall, denn seine Wände zieren zahlreiche Malereien, die einen respektvollen Umgang mit Kühen darstellen.

Im Stall gab es dann eine spannende Podiumsdiskussion: „Nirgends gibt es so viele Berührungen zwischen Wanderern und Kühen wie auf der Alm“, betonte Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger und fügte hinzu, dass derzeit rund 180.000 Kühe auf mehr als 200 Tiroler Almen weiden. Eine Mutterkuh hat natürlich einen starken Beschützer­instinkt für ihr Kalb, wodurch es in den vergangenen Jahren bedauerlicherweise zu zwei tödlichen Unfällen auf Tiroler Almen kam. „Eine Kuh ist normalerweise ein faules Tier, das niemandem nachläuft, wenn es dazu keinen Grund hat“, erklärte Stöcklalm-Chef Andreas Ager. Doch viele Wanderer wüssten nicht, wie man mit den Tieren umgehe. „Die Menschen verstehen die Kühe nicht mehr und die Kühe verstehen die Menschen nicht mehr“, meinte der bekannte Schweizer Kuhflüsterer Martin Ott.

„So viel Berührung zwischen Landwirtschaft und Tourismus wie auf der Alm gibt es sonst nirgends“, wiederholte auch der Obmann des Kitzbüheler Almwirtschaftsvereins Josef Lanzinger, welcher seine Alm in unmittelbarer Nähe der Stöcklalm bewirtschaftet.

Laut Hechenberger könnten die Tiroler Bauern rund 80 Prozent des Marktes im Land versorgen, aber es gibt eine massive Marktschieflage, denn ungefähr 50 Prozent der Erzeugnisse werden ins Ausland exportiert. „Es ist einfach nicht möglich, Tiroler Lebensmittel, die unter schwersten Bedingungen in der Landwirtschaft produziert werden, zu Weltmarktpreisen zu verkaufen“, betonte Hechenberger.