St. Galler Festspiele mit Puccini-Preziose „Edgar“ eröffnet
St. Gallen (APA/sda) - Die Festspiele im Schweizer St. Gallen sind Freitagabend mit der äußerst selten gespielten Puccini-Oper „Edgar“ auf d...
St. Gallen (APA/sda) - Die Festspiele im Schweizer St. Gallen sind Freitagabend mit der äußerst selten gespielten Puccini-Oper „Edgar“ auf der Freilichtbühne am Klosterplatz eröffnet worden. Die Inszenierung des deutschen Regisseurs Tobias Kratzer gefielt zwar durch prächtige Bilder, erhielt am Ende aber dennoch verhaltenen Applaus. „Edgar“ erlebte dabei seine Schweizer Erstaufführung in St. Gallen.
Kratzer und sein Ausstatter Rainer Sellmaier ließen sich von der „Anbetung des Lamms“ aus dem Genter Altar von Jan Van Eyck aus dem 15. Jahrhundert inspirieren und versammelten Volk, Jungfrauen, Fürsten, Engel und Geier um den Altar. Dabei ist Edgar, imposant gesungen vom Tenor Marcello Giordani, ein tragischer Titelheld. Er schwankt zwischen zwei Frauen und zwei Lebensentwürfen: Fidelia (Katia Pellegrino, Sopran), die ihn treu liebt, steht für das fromme, tugendhafte Bürgertum. Doch Edgar verfällt der verführerischen Außenseiterin Tigrana (Alessandra Volpe, Mezzosopran).
Mit ihr taucht er ein in einen „Garten der Lüste“ - wunderliche Figuren kriechen aus einem sich öffnenden Schlund in der Bühnenmitte. Vorbild für diese opulente Szene ist das gleichnamige Gemälde von Hieronymus Bosch. Doch das Glück ist von kurzer Dauer, bald schaufelt sich Edgar das eigene Grab.
So schön die Szenen fürs Auge sind, so wenig plausibel wirken die Charaktere und die Handlung aus psychologischer Sicht. Im dritten Akt wohnt Edgar, als Mönch verkleidet, seinem eigenen Begräbnis bei. Ein pferdegezogener historischer Leichenwagen fährt auf die Bühne, Edgar prangert inkognito sich selber und Tigrana an. Die Geschichte endet düster.
Das Sinfonieorchester St. Gallen unter der Leitung von Leo Hussain spielt in einer Baracke außerhalb des Klosterplatzes, die Musik wird über Lautsprecher perfekt auf die Bühne und die 1.300-plätzige Tribüne übertragen. Am Schluss zeigen sich die Musikerinnen und Musiker und der Dirigent kurz dem Publikum.
(S E R V I C E - www.stgaller-festspiele.ch)
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