WM 2018

Kroatien, Dänemark und die Schatten der Vergangenheit

Die Kapitäne der neuen Erfolgsgeneration – Dänemarks Christian Eriksen (links) und Kroatiens Luka Modric.
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Die Nationalteams von Dänemark und Kroatien sind bei der WM in Russland bestrebt, neue Erfolgskapitel ihrer Fußballgeschichte zu schreiben.

Nischni Nowgorod – 1992 und 1998 – vor dem heutigen Achtelfinale in Nischni Nowgorod (20.00 Uhr/live TT.com-Ticker) beschwören Dänemark und Kroatien die Vergangenheit. Beide Mannschaften versuchen, bei der Fußball-WM in Russland aus dem Schatten der Nationalhelden zu treten. Dänemark gewann 1992 sensationell den EM-Titel, Kroatien stürmte 1998 bei der WM in Frankreich bis ins Halbfinale – und beide Male wurde auf dem Weg zu den jeweils größten Erfolgen die deutsche Nationalmannschaft geschlagen.

Das kann dieses Mal nicht wieder passieren, denn die DFB-Elf ist nach dem peinlichen Vorrunden-Aus längst wieder daheim. Kroatien und Dänemark kämpfen dagegen um den Einzug ins Viertelfinale, der für beide Länder bereits einen großen Erfolg bedeuten würde.

Doch vor allem die Kroaten wollen nach ihrer makellosen Vorrunde mit drei Siegen in drei Spielen mehr. „Wir haben eine große Chance und wir wollen Großes erreichen“, sagte Ivan Rakitic vom FC Barcelona. Erst einmal schaffte es Kroatien bei der WM ins Viertelfinale. Vor 20 Jahren wurde die in Kroatien immer noch legendäre Elf um Davor Suker, Slaven Bilic und Zvonimir Boban in Frankreich Dritter. Im Viertelfinale gab es ein 3:0 gegen Deutschland.

„Die Spieler von 98 sind Helden für uns“, sagte Rakitic. Gerade in diesen Tagen, wo die Euphorie in der Heimat nach den Siegen gegen Nigeria, Argentinien und Island riesig ist, werden immer wieder Vergleiche zwischen der aktuellen und der damaligen Mannschaft angestellt. „Aber das ist vorbei. Wir wollen eine neue Geschichte schreiben“, so Rakitic. Wie die Kroaten werden auch die Dänen immer wieder auf die bislang erfolgreichste Mannschaft der Vergangenheit angesprochen. Danish Dynamite, Besuche bei McDonalds, unbekümmerter Offensivfußball – die Europameister von 1992 haben in Dänemark nach wie vor Kultstatus. „Ich will nicht sagen, dass es wie ein Schatten über uns liegt, aber es ist immer noch Thema“, erklärt der Neu-Dortmunder Thomas Delaney.

Leipzigs Stürmer Yussuf Poulsen, der gegen die Kroaten nach seiner Gelbsperre zurückkehren dürfte, zieht aus den Vergleichen mit Flemming Poulsen, Brian Laudrup, Peter Schmeichel und Co. dagegen Zuversicht und nicht Druck. „Belastung? Nein, noch mehr Motivation!“, sagte Poulsen jüngst in einem Sport-Bild-Interview. „Der Sieg hat uns gezeigt, dass nicht immer die besten Einzelspieler den Titel holen. Daher ist das Team 1992 klar unser Vorbild.“ (dpa, w.m.)