Arbeitszeit: ÖGB-Demo 2 - Katzian will Referendum

Wien (APA) - Gewerkschaftschef Wolfgang Katzian hat zum Abschluss der ÖGB-Großkundgebung gegen die Ausweitung der Höchstarbeitszeit die Regi...

Wien (APA) - Gewerkschaftschef Wolfgang Katzian hat zum Abschluss der ÖGB-Großkundgebung gegen die Ausweitung der Höchstarbeitszeit die Regierung aufgefordert, ein Referendum zu 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche abzuhalten: „Fragt das Volk“, forderte der ÖGB-Präsident die Koalition auf.

Katzian betonte in seiner Rede, dass der heutige Tag erst der Anfang der Proteste sei und definitiv nicht das Ende: „Wir werden Widerstand leisten mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.“ Dass sich heute (nach ÖGB-Angaben) mehr als 100.000 Menschen eingefunden hätten, sei ein starkes Zeichen, das auch in der Steiermark gehört werde, sprach Katzian den Regierungsevent in Schladming anlässlich der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft an.

Ein wenig zurückgepfiffen vom Präsidenten wurde Postgewerkschafter Helmut Köstinger, der den Sturz der Regierung gefordert hatte. Katzian meinte dazu, der ÖGB akzeptiere jede demokratisch gewählte Regierung, aber nicht automatisch jedes von deren Vorhaben. Davor hatte sich schon ÖGB-Vize Nobert Schnedl von Köstinger distanziert. Der Chef der Christgewerkschafter betonte, er sei nicht dafür da, die Regierung zu stürzen, sondern um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigen zu verbessern.

Ansonsten zeigte sich aber auch Schnedl durchaus entschlossen. Er forderte den Ausbau der Sozialpartnerschaft und glaubt an die Durchschlagskraft der Gewerkschaft: „Die kommende Dekade ist die Dekade der Gewerkschaften.“

Sehr kämpferisch gab sich auch pro-ge-Chef Rainer Wimmer: „Wir werden auf die Barrikaden gehen“, tönte er an. Regierung und Unternehmer mahnte der FSG-Vorsitzende, den Bogen nicht zu überspannen. Sonst sei der soziale Friede in Österreich tatsächlich gefährdet.

Der Chef der Bau/Holz-Gewerkschaft Josef Muchitsch drohte der Regierung ganz offen: „Wenn sie den Arbeitskampf wollen, dann sollen sie ihn kriegen.“ Keine Naivität sondern böse Absicht bei der Koalition ortet GPA-Chefin Barbara Teiber: „Ich glaube, sie wissen, was sie tun.“ Zurück an den Start lautet auch die Devise des vida-Vorsitzenden Roman Hebenstreit. Schließlich sage selbst die Bischofskonferenz: „Das Gesetz ist ein Dreck.“ Schließlich kam auch noch AK-Präsidentin Renate Anderl zu Wort. Ihre Forderung: Statt Arbeitszeitverlängerung sei nun eine Arbeitszeitverkürzung angebracht.

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