Pakistan verlängert Ausreisefrist für afghanische Flüchtlinge

Islamabad (APA/dpa) - Pakistan hat die Aufenthaltserlaubnis für Hunderttausende afghanischer Flüchtlinge im Land erneut verlängert. Die Regi...

Islamabad (APA/dpa) - Pakistan hat die Aufenthaltserlaubnis für Hunderttausende afghanischer Flüchtlinge im Land erneut verlängert. Die Regierung habe beschlossen, eine einstweilige Verlängerung um drei Monate für registrierte Flüchtlinge zu genehmigen, teilte das Büro des Ministerpräsidenten am Samstag mit.

Nach den Wahlen am 25. Juli werde diese Frage der neuen Regierung zur weiteren Diskussion und Entscheidung vorgelegt werden, hieß es weiter. Bei einer Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Heimat droht in Afghanistan eine humanitäre Krise. Im Nachbarland Pakistan leben 1,4 Millionen als Flüchtlinge registrierte Afghanen. Außerdem halten sich dort noch Hunderttausende Afghanen ohne amtliche Dokumente auf.

Pakistan hat seit den 1980er Jahren Millionen Kriegsflüchtlinge aus dem Nachbarland beherbergt, in den vergangenen zwei Jahren aber den Druck auf die Flüchtlinge erhöht. Hintergrund ist das stark verschlechterte Verhältnis zu Afghanistan und den USA. Diese werfen Pakistan vor, den radikalislamischen Taliban zu helfen und so die Aufbaubemühungen in Afghanistan zu destabilisieren.

Zu Jahresbeginn hatte Pakistan überraschend angekündigt, die Aufenthaltsgenehmigung der afghanischen Flüchtlinge nur bis Ende Jänner zu verlängern, diese Frist war dann um zwei Monate verlängert worden. Eine weitere Verlängerung Ende März galt bis Ende Juni.

Schon 2016 war unter massivem Druck der Sicherheitskräfte rund eine Million Menschen aus Pakistan nach Afghanistan heimgekehrt. Dort sind allerdings die Ressourcen knapp. Häufig können die Rückkehrer nicht in ihre umkämpften Heimatprovinzen zurückkehren und werden deshalb zu Binnenflüchtlingen.