Bischof Alois Schwarz 2 - „Als Bischof will ich ein Hörender sein“

St. Pölten (APA) - In seiner Antrittspredigt hat der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz am Sonntag um Vertrauen gebeten und betont: „Als Bisc...

St. Pölten (APA) - In seiner Antrittspredigt hat der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz am Sonntag um Vertrauen gebeten und betont: „Als Bischof will ich ein Hörender sein.“ Er wolle das „missionarische Miteinander“ in der Diözese fördern, sagte Schwarz, der seinem Vorgänger Klaus Küng dankte: „Ich darf ernten, was du gesät hast.“ In seiner Predigt sprach der neue Bischof auch die Debatte um Missbrauch und Gewalt an.

„Die Begleitmusik zu unserem gemeinsamen Start hat verschiedene Töne gehabt, und es schmerzt mich und ich bedaure, dass dadurch auch Verwirrung herrscht. Ich danke allen, die für mich gebetet haben und weiter beten“, sagte Schwarz, der von der Diözese Gurk nach St. Pölten gewechselt ist. Er versicherte, dass er sich als Bischof für Strukturen und Prozesse einsetze, „die jene Menschen, denen Leid und Schmerz widerfahren ist, nicht erneut zu Opfern machen. Die Debatte um Missbrauch und Gewalt fordert uns alle - uns als Kirche wie auch jede andere Gesellschaftsgruppe. Wir alle sind dazu aufgerufen, hinzuschauen, heute mehr denn je.“

Er werde sich mit all seinen Kräften für die Kirche in diesem Land und die Menschen in all ihren Nöten einsetzen, sagte Schwarz. Er dankte seinem Vorgänger und den Verantwortlichen der Diözese und kündigte an, er werde den Weg weitergehen, den Klaus Küng „in so großer Ruhe und Bedächtigkeit gegangen ist“. Weihbischof Anton Leichtfried bleibe als Bischofsvikar für die Priesterfortbildung und kirchliche Erwachsenenbildung zuständig, der bisherige Generalvikar Prälat Eduard Gruber stehe auch ihm in dieser Funktion zur Seite.

Seinen Dank sprach der neue Bischof auch jenen aus, die sich in den vergangenen Jahren für Asylsuchende eingesetzt haben. „Manche sind traurig, weil die, für die sie gesorgt haben, keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben.“ Man respektiere die Gesetze, aber die Helfer würden Trauer empfinden, weil sie sich nicht mehr verabschieden konnten. „Ich werde Räume schaffen, wo wir darüber gut reden können“, sagte Schwarz bei der Festmesse im Dom der Landeshauptstadt. Weiters betonte er, er wolle aufmerksam sein für die persönlichen Lebensgeschichten. Er wolle vor allem jenen eine Stimme geben, „die meinen, dass sie nicht gehört werden“.

Große Fragen, die Vertreter von Kirche und Welt gleichermaßen bewegen und in denen Verantwortungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gefordert sind, stellen sich laut Schwarz u.a. in den Bereichen Arbeit, Solidarität, Familie, Aufnahme und Integration von Flüchtlingen sowie Raubbau an der Schöpfung. Zur Sonntagsruhe meinte er: „Wir brauchen gemeinsam geschützte freie Zeiten, damit wir das Leben auch feiern können.“