Beobachter in Mexiko: Hohe Wahlbeteiligung und wenig Zwischenfälle

Mexiko-Stadt (APA/dpa/AFP) - Die Präsidentenwahl in Mexiko ist bis kurz vor Schließung der Wahllokale ohne größere Zwischenfälle verlaufen. ...

Mexiko-Stadt (APA/dpa/AFP) - Die Präsidentenwahl in Mexiko ist bis kurz vor Schließung der Wahllokale ohne größere Zwischenfälle verlaufen. „Was wir sehen, ist Harmonie und eine massenhafte Wahlbeteiligung“, sagte der Leiter der Wahlbeobachtung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Leonel Fernandez, am Sonntagnachmittag (Ortszeit).

„Wir hoffen, dass das so bleibt, bis die Wahllokale schließen“, so Fernandez. Es habe keine gewalttätigen Zwischenfälle gegeben, die die Menschen von der Abgabe ihrer Stimme abgehalten hätten.

Im Bundesstaat Michoacan wurde jedoch am Sonntag eine Aktivistin der Arbeitspartei (PT) erschossen, wie die Justizbehörden laut Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP mitteilten. Während des Wahlkampfes in Mexiko wurden damit nach Angaben des Beratungsinstituts Etellekt mindestens 145 Politiker getötet.

Die bundesweit mehr als 157.000 Wahlzentren sind bis 03.00 Uhr MESZ (Sonntag 20.00 Uhr Ortszeit) geöffnet. In manchen Sonder-Wahlzentren fehlten Berichten zufolge Stimmzettel. Das mexikanische TV zeigte Videos von Menschen, die vor den Wahllokalen warteten, weil die Stimmzettel ausgegangen waren. In den speziellen Wahlzentren konnten Mexikaner wählen, die am Tag der Abstimmung nicht in ihrem Stimmkreis waren.

Insgesamt sind rund 89 Millionen mexikanische Staatsbürger wahlberechtigt. Laut Umfragen vor der Wahl galt der Linksnationalist Andres Manuel Lopez Obrador von der Partei Morena als Favorit für das Amt. Ein belastbares Ergebnis soll am Montagmorgen gegen 06.00 Uhr MESZ vorliegen.

Bei dem Urnengang handelt es sich um die größte Wahl in der Geschichte des Landes. Insgesamt sollen mehr als 18.000 Mandate neu vergeben werden: Neben dem Amt des Präsidenten und dem Parlament werden auch viele Posten auf Regional- und Lokalebene neu besetzt.

In 30 von 32 Bundesstaaten werden politische Posten neu bestimmt, darunter in der Hauptstadt Mexiko-Stadt. Zudem werden in beiden Kongresskammern 500 Abgeordneten- und 128 Senatorenplätze neu besetzt und acht neue Gouverneure gewählt. Auf lokaler Ebene mussten rund 1.600 Bürgermeister bestimmt werden.