Deutsche Industrie will Förderung für Bergbau in Weltraum und Tiefsee
Berlin (APA/AFP) - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert, dass die Regierung Geld in Pilotprojekte für den Rohstoffabbau i...
Berlin (APA/AFP) - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert, dass die Regierung Geld in Pilotprojekte für den Rohstoffabbau in der Tiefsee und im Weltall steckt. „Die steigende Nachfrage nach Rohstoffen für Zukunftstechnologien erfordert einen zügigen Paradigmenwechsel in der Rohstoffpolitik“, erklärte BDI-Präsident Dieter Kempf am Dienstag.
Die Verfügbarkeit von Rohstoffen werde zu einer zentralen Herausforderung für die Industrienation Deutschland. Die Nachfrage nach Kobalt, Lithium, Nickel, Kupfer, Graphit oder Seltenen Erden, aber auch heimischen Rohstoffe wie Kies oder Sand wachse immer stärker. Viele Rohstoffe müsse Deutschland komplett importieren. Damit steige die Abhängigkeit gegenüber rohstoffreichen Ländern - auch solchen, die deutsche Sozial- und Umweltstandards oder die der guten Regierungsführung nicht erfüllen.
„Die deutsche Industrie bekennt sich zu höchsten Sozial-, Umwelt- und Menschenrechtsstandards - auch in der Rohstoffförderung“, erklärte der BDI-Präsident. Ein „nachhaltiger und verantwortungsvoller Rohstoffbezug“ sei das Ziel. Allerdings seien die Anbieter am längeren Hebel: „Förderländer und Mienen können sich ihre Kunden aussuchen und nicht umgekehrt.“
Der BDI fordert, dass die Rohstoffsicherung mehr politische Aufmerksamkeit erhält. Deshalb solle der deutsche Wirtschaftsminister „Rohstoffbeauftragter“ werden und maßgeblich für die Rohstoffstrategie verantwortlich sein.
Außerdem sollten der heimische Bergbau gefördert und bürokratische Auflagen abgebaut werden. Die Regierung solle mehr Kooperationen mit rohstoffreichen Ländern mit hohen Standards eingehen und die Entwicklungszusammenarbeit mit dem Abbau von Rohstoffen verknüpfen. Schließlich sollten sich die Kommunen aus der Recyclingwirtschaft zurückziehen, weil große Unternehmen das effizienter könnten.