Zarif verhalten positiv nach Wiener Treffen zum Atomdeal

Wien (APA/Reuters/dpa) - Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif hat sich nach dem Wiener Spitzentreffen zur Rettung des Atomdeals ...

Wien (APA/Reuters/dpa) - Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif hat sich nach dem Wiener Spitzentreffen zur Rettung des Atomdeals verhalten positiv geäußert. „Wir müssen sehen, wie viel sie in der Praxis wollen und können“, sagte Zarif laut iranischen Medienberichten mit Blick auf die europäischen Staaten. Sollte sich deren politischer Wille in die Praxis übersetzen, „können wir ohne Probleme weitermachen“.

„Die Bedenken, die wir gestern noch hatten und die auch von Präsident (Hassan) Rouhani artikuliert wurden, wurden in dem Treffen angesprochen und mehr Details bekanntgegeben, die uns optimistischer stimmen als gestern noch“, sagte Zarif. Er kündigte an, den Regierungsspitzen in Teheran von den Ergebnissen zu berichten. „Wir werden ihnen (den Europäern, Anm.) die Chance geben, ihre Verpflichtungen umzusetzen. Wenn sie das nicht erfolgreich umsetzen können, werden wir handeln“, sagte er. Allerdings bemängelte Zarif, dass der Vorschlag der europäischen Seite „nicht präzise und umfassend“ gewesen sei. Außerdem müssten die Europäer ihre Angebote bis zum August umsetzen, wenn die US-Sanktionen wirksam werden.

Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian hatte sich zuvor genervt gezeigt, dass der Iran immer wieder das Ende des Abkommens ins Spiel bringe. „Sie müssen aufhören, damit zu drohen, ihre Verpflichtungen unter dem Atomdeal zu brechen“, sagte er. Dagegen stellte sich der russische Außenminister Sergej Lawrow laut iranischen Medienberichten auf die Seite Teherans und forderte die europäischen Staaten zu Engagement auf.

Das Treffen im Wiener Innenstadtpalais Coburg war am frühen Freitagnachmittag nach rund drei Stunden beendet worden, indem die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini eine gemeinsame Erklärung verlas. Darin bekannten sich die sechs verbliebenen Vertragsparteien zu dem Atomdeal. Teheran dürfte aber von den Zusicherungen der europäischen Staaten noch nicht überzeugt sein, da zahlreiche Unternehmen aus Furcht vor US-Sanktionen ihr Iran-Engagement überdenken. Der iranische Präsident Rouhani hatte am Mittwoch bei einem Besuch in Wien betont, dass sein Land nur solange im Deal bleiben werde wie es wirtschaftliche Vorteile aus diesem habe. Zarif betonte im Vorfeld des Treffens, dass sein Land „überprüfbare und umsetzbare Verpflichtungen“ wolle und keine „abstrakten und unklaren Versprechungen“.