Wieder Plagiats-Affäre in neuer tschechischer Regierung

Prag (APA) - Rund einer Woche nach dem Rücktritt der tschechischen Justizministerin Tatana Mala (ANO-Partei) wegen einer Plagiats-Affäre ist...

Prag (APA) - Rund einer Woche nach dem Rücktritt der tschechischen Justizministerin Tatana Mala (ANO-Partei) wegen einer Plagiats-Affäre ist der Arbeits-und Sozialminister Petr Krcal mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert. Der Sozialdemokrat (CSSD) hätte „viele Seiten“ seiner Bakkalaureatsarbeit von der Abschlussarbeit einer anderen Studentin abgeschrieben, so das Nachrichtenportal „Seznam Zpravy“ am Dienstag.

Krcal verfasste seine Bakkalaureatsarbeit zum Thema „Jugend und Freizeit“ 2007 an der Tomas Bata Universität im mährischen Zlin. Umstritten seien insgesamt „mindestens 25 Seiten“, die „völlig gleichlautend, fast gleichlautend oder ähnlich“ wie andere Texte seien, will das tschechische Nachrichtenportal herausgefunden haben.

Der Minister reagierte auf die Vorwürfe mit den Worten, er habe „ehrlich gearbeitet“ und könne es „nicht erklären“. Auch, so Krcal weiter, habe er einen „strengen“ Betreuer der Bakkalaureatsarbeit gehabt. Dieser habe ihn „gelobt“, betonte der Minister, und: „Ich glaube seiner Begutachtung.“

Ministerpräsident Andrej Babis sagte, er plane zunächst keine Abberufung Krcals. „Ich bin neugierig auf die Reaktion der Medien. Vor allem darauf, ob alles wie bei Frau Mala verlaufen wird“, reagierte der ANO-Chef in Anspielung auf den starken Mediendruck, der schließlich zum Rücktritt seiner Parteikollegin Mala geführt hatte. Die Minderheitsregierung aus der populistischen ANO-Partei und der sozialdemokratischen CSSD steht erst seit kurzem.

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