Ex-US-Außenministerin Albright: Faschismus bleibt lange unbemerkt

Frankfurt am Main (APA/dpa) - Die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright hat vor einem wiederaufkeimenden Faschismus gewarnt. Es se...

Frankfurt am Main (APA/dpa) - Die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright hat vor einem wiederaufkeimenden Faschismus gewarnt. Es sei besorgniserregend, dass der Faschismus „Schritt für Schritt kommt und deshalb in vielerlei Hinsicht unbemerkt bleibt. Bis es dann zu spät ist“, sagte die 81-Jährige in einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ (Montag).

Aus Albrights Sicht ist der aktuelle US-Staatschef Donald Trump „der antidemokratischste Präsident, den wir in der modernen Geschichte hatten“. Zwar halte sie ihn nicht für einen Faschisten. Aber er „untergräbt die Justiz und die Presse. Er verachtet den Wahlprozess und Minderheiten. Er ist daran interessiert, Spaltungen zu verschärfen.“

Früher habe für die USA gegolten: „Man stand nicht auf der Seite derer, die die demokratischen Gesellschaften untergraben.“ Nun unterstütze und lobe Trump Politiker wie Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban und den Chef der polnischen PiS-Partei, Jaroslaw Kaczynski. „Viktor Orban spricht von einer illiberalen Demokratie, was im Grunde genommen nur ein Weg ist, Einwanderer jagen zu können.“ In Europa setzten immer mehr Staaten auf den Angstfaktor. Politiker reagierten nicht ausreichend auf die Spaltungen in der Gesellschaft, die dann von anderen ausgenutzt und verschärft würden, indem sie nach Sündenböcken suchten. „Es sind harte Zeiten.“

In ihrem neuen Buch „Faschismus. Eine Warnung“ analysiert Albright, die von 1997 bis 2001 US-Außenministerin unter Präsident Bill Clinton war, unter anderem, welche Ähnlichkeiten aktuelle antidemokratische Kräfte mit dem Faschismus des 20. Jahrhunderts haben.


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