Sportunion-Präsident McDonald fordert Sportstätten-Ausbau

Wien (APA) - Der neue Präsident der Sportunion, Peter McDonald, fordert einen verstärkten Neubau von Sportstätten in Österreich. Diese würde...

Wien (APA) - Der neue Präsident der Sportunion, Peter McDonald, fordert einen verstärkten Neubau von Sportstätten in Österreich. Diese würden langfristig „Krankenbetten sparen“, wie der frühere ÖVP-Generalsekretär in einem am Montag erschienenen Interview mit den Regionalmedien Austria sagte. Zusätzlich sollten Schulen ihre Sportanlagen vermehrt der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, schlug McDonald vor.

„Mehr Raum für den Sport. In den Köpfen und in den Städten“, definierte der neue Sportunion-Präsident sein Motto. „Denn wir haben in Österreich zu wenige Sportstätten.“ Dem Mangel könne im Breitensport auch durch die verstärkte Nutzung von Schulsportanlagen entgegen gesteuert werden. Da diese aus öffentlichen Mitteln finanziert würden, sollten sie im öffentlichen Sinne verwendet werden. „Turnsäle in den Schulen dürfen nicht mehr 180 Tage im Jahr geschlossen bleiben. Da liegt also ein unglaubliches Potenzial“, sagte McDonald.

Diese Anliegen habe McDonald bereits nach seinem Antritt Anfang Juli im Sportministerium geäußert, hieß es aus dem Kabinett von Sportminister und Vizekanzler Heinz-Christian Strache auf APA-Anfrage. Der Wunsch einer stärkeren Nutzung von Schulsportanlagen decke sich mit dem Vorhaben des Ministers. Strache sei bewusst, dass es „Handlungsbedarf hinsichtlich der Sportstättenrenovierung und des Sportstättenbaus gibt“. Konkrete Pläne sollen im Rahmen der „Sport Strategie Austria“, die derzeit erarbeitet wird, vorgestellt werden.

McDonald betonte zusätzlich die enorme Bedeutung des Sports für die Gesellschaft und dessen starke Integrationswirkung. „Die Integration von Menschen mit unterschiedlichster sozialer oder räumlicher Herkunft funktioniert nirgendwo so gut wie im Sport. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Politik den Sport als ganz wichtigen Wert für unsere Gesellschaft anerkennt und unterstützt“, sagte McDonald.

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Der frühere Vorstandsvorsitzende des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger würdigte das Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen in Sportvereinen. „Wir haben rund 50.000 Ehrenamtliche wie Übungsleiter, Trainer oder Funktionäre. Jährlich investieren sie 1.500 Millionen Minuten ihrer Freizeit, um Sport zu ermöglichen“, sagte McDonald. „Ich finde daher, dass der Mitgliedsbeitrag in einem Sportverein von der Steuer absetzbar sein soll“, erklärte McDonald, der nunmehr für die Österreich-Tochter des US-Konzerns Johnson & Johnson tätig ist.

Die Forderung des ÖVP-nahen Sport-Dachverbands geht in eine ähnliche Richtung, wie ein Unterpunkt im Regierungsprogramm. So heißt es dort unter anderem im Kapitel Sport, dass „die Möglichkeit der Absetzbarkeit von Spenden an gemeinnützige Sportvereine“ geprüft werden soll.

Die tägliche Turnstunde an Österreichs Schulen sieht McDonald offenbar nicht als alleiniges Heilsrezept. „Mir wäre es aber lieber, wenn jedes Kind in einem Sportverein wäre.“


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