Schienenersatzverkehr: Radtransport nur in speziellen Bussen

Aus Sicherheitsgründen dürfen im „normalen“ Schienenersatzverkehr zwischen Innsbruck und Brenner keine Räder mitgenommen werden.

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Von Michael Domanig

Innsbruck, Steinach a. Br. –Seit Sonntag ist die Bahnstrecke zwischen Innsbruck Hauptbahnhof und Steinach bzw. Brenner wegen intensiver Bauarbeiten gesperrt, die ÖBB haben einen Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Für die Öffi-Nutzer eine nicht immer ganz einfache Situation – speziell wenn sie das Fahrrad mit dabeihaben.

Verärgert zeigt sich etwa Wolfgang di-Lena aus Innsbruck, der am Sonntag von einer Radtour in Südtirol nach Innsbruck zurückwollte und entsprechende Tickets für zwei Personen gekauft hatte. „Am Brenner sind wir in den Zug nach Steinach umgestiegen, von dort wollten wir gegen 19 Uhr mit dem Ersatzbus nach Innsbruck weiterfahren.“ Auf die Frage, ob es möglich sei, die Räder mitzunehmen, habe der Busfahrer aber „wirklich unfreundlich“ reagiert und die Mitnahme verweigert.

„Dabei wäre im Bus genug Platz gewesen, weil zwei Bankreihen weniger montiert sind. Und wir waren bereit, wieder auszusteigen, sollte etwa eine Mutter mit Kinderwagen zusteigen.“ Nachdem ein späterer Ersatzbus, auf den man verwiesen wurde, nur werktags verkehrt, „fuhren wir schließlich mit dem Linienbus über Ellbögen“, so di-Lena. „Dessen Fahrer war so freundlich, uns mitzunehmen.“

In den normalen Bussen des Schienenersatzverkehrs sei die Fahrradmitnahme „aus Sicherheitsgründen nicht möglich“, erklärt ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair. Das habe man von Anfang an klar kommuniziert. Weil man aber wisse, „dass Fahrräder ein Thema sind“, habe man eigene Radbusse eingerichtet, die im Ersatzfahrplan extra angeführt sind (der letzte fährt in Steinach um 18.25 Uhr ab). Zudem gebe es auch Busse mit Radträgern am Heck, bei Voranmeldung über das Kundenservice (Tel. 051717) versuche man, diese entsprechend zu disponieren.

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Das Verhalten des Busfahrers in Steinach sei somit „der Sache nach in Ordnung“ gewesen, so Gasser-Mair: „Aber der Ton macht die Musik.“ Auch wenn nicht jeder Wunsch erfüllbar sei, seien die Mitarbeiter natürlich angehalten, stets freundlich und kundenorientiert aufzutreten. „Wenn das in dem Fall nicht so war, entschuldigen wir uns.“

Die ÖBB haben noch eine allgemeine Empfehlung für Nutzer des Schienenersatzverkehrs: Wegen des starken Verkehrsaufkommens auf den Straßen seien Verzögerungen einzurechnen. Speziell jene Kunden, die auf den Anschlusszug Richtung Brenner angewiesen seien, sollten daher in Innsbruck – wenn möglich – schon den Bus jeweils eine halbe Stunde früher nehmen.


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