Brucellose-Verdacht in Oberösterreich - Weitere Untersuchungen

Linz (APA) - Nach dem Auftauchen des Brucellose-Verdachtes sind am Mittwoch die Untersuchungen in mehrere Richtungen weiter gegangen, berich...

Linz (APA) - Nach dem Auftauchen des Brucellose-Verdachtes sind am Mittwoch die Untersuchungen in mehrere Richtungen weiter gegangen, berichtete der Landesveterinärdirektor Thomas Hain auf APA-Anfrage. Auch Schaf- und Ziegenbestände würden derzeit überprüft. Geforscht wird weiterhin, wie die Seuche eingeschleppt wurde. Der Status Österreichs als „Brucellose-Frei“ sei jedenfalls vorerst nicht gefährdet.

Weil die Krankheit auch auf Schafe und Ziegen übertragen werden kann werden auch derartige Bestände überprüft. Um die 170 Halter sind davon betroffen. Hain erläuterte, wie man auf die Spur der Erkrankung gekommen sei: In einem Milchviehbetrieb im Bezirk Rohrbach habe es bei den Kühen auffällig viele Fälle von Abortus - vorzeitige Beendigungen der Trächtigkeit durch Ausstoß des Kalbes - gegeben. Auf der Suche nach der Ursache sei man auf das Bakterium Brucella gestoßen. Anschließend wurden alle Höfe mit Rindern in den Bezirken Rohrbach und Urfahr-Umgebung getestet. Das erfolgt bei der Milch aus den Betrieben. Denn befallene Kühe bilden Abwehrstoffe, die - von der Natur vorgesehen - über die Milch an die Kälber zu deren Schutz weitergegeben sollen. Diese Abwehrstoffe lassen sich in der Milch nachweisen. Wird man fündig, werden Blutproben von allen Kühen genommen, die von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) analysiert werden. In den vier Betrieben, bei denen nun der Verdacht der Brucellose besteht, wurden an rund 230 Rindern Blutproben abgenommen.

Noch ist unklar wie das Bakterium eingeschleppt wurde. Verschiedene Spuren wurden verfolgt - vorerst ohne konkretes Ergebnis. Abgehakt wurde schon der Tierverkehr - der befallene Hof erhielt schon seit Jahren kein Tier mehr. Er verwendet auch nur eigenes Futter und bezieht keines von außerhalb. Die dort tätigen Mitarbeiter brachten keine Lebensmittel aus dem fernen Ausland mit. Auch die Überprüfung der Besamungsscheine brachte nichts.

Davon, dass Österreich die seit Jahrzehnten bestehende für Exporte wichtige amtliche Anerkennung „Brucellose-Frei“ verlieren könnte, sei man noch weit weg, ist Hain überzeugt. Wenn die Erkrankung nur einen oder wenige Betriebe betreffe, sei das kein Problem. Erst wenn es Hunderte seien, könnte dies hinterfragt werden.

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