Bühne gab nach, Musikanten fielen einen Meter hinunter

Ein mobiles Podium auf der großen Geierwally-Bühne sackte zusammen, eine Handvoll Mitglieder der Musikkapelle Elbigenalp stürzte mit ab.

© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Elbigenalp –Ein leichtes Nach-vorne-Neigen und plötzlich gab ein Teil der Behelfsbühne nach. Unter einer Handvoll Musikanten und Musikantinnen der Musikkapelle Elbigenalp tat sich der Boden auf. Sie stürzten vor den verdutzten Augen von 200 Zuschauern bis zu 1,30 Meter in die Tiefe. Als sich die Abgestürzten wieder aufgerappelt hatten – Entwarnung. Alle blieben unverletzt, nur ein paar Instrumente waren beschädigt. Das Konzert wurde abgebrochen.

Seit vielen Jahren wird auf der Geierwally-Freilichtbühne in Elbigenalp die gut besuchte Veranstaltung „Kultur im Fels“ durchgeführt. Die Musikkapelle Elbigenalp und der Trachtenverein treten dabei auf der Bühne auf, der Tourismusverband ist (Mit)-Veranstalter. Die Mischung aus Platzkonzert und Trachtentänzen plus einheimischen Kindern lockt mittwochs zwischen 150 bis 250 Zuschauer an. Urlaubsgäste aus dem Lechtal bis hin zu Hiesigen, auch Eltern und Großeltern, kommen, die die Auftritte des Nachwuchses in Tracht begeistert verfolgen.

Für die neun Veranstaltungen von „Kultur im Fels“ muss die Geierwally-Freilichtbühne aber jede Woche adaptiert werden. Dafür wird quasi eine Bühne auf der Bühne errichtet und nach dem Auftritt gleich wieder abgetragen. Der wöchentliche Auf- und Abbau war sehr zeitintensiv, bis zu zwei Stunden dauerte eine Montage. Heuer wurde auf ein neues Team und eine neue Methode zurückgegriffen, bei der beim Aufbau nicht mehr so viel geschraubt und mehr „gesteckt“ werden sollte, heißt es im Tal. Genaues ist nicht zu erfahren, man redet nicht gerne darüber in Elbigenalp. Allen voran schweigt sich der Obmann der Musikkapelle, Jonny Falger, aus. Er könne und wolle nichts sagen, bevor nicht gesicherte Erkenntnisse vorliegen.

Gleich bei der ersten Veranstaltung sackte dann die Behelfsbühne, die heuer wegen des Bühnenstücks „Lech­ufer – Anno 1800“ zusätzlich eine „Lechsenke“ überwinden muss, weg. Der Vorfall liegt schon 14 Tage zurück. „Kultur im Fels“ wich vergangenen Mittwoch in den Gemeindesaal aus. Heute Abend erklimmen die Protagonisten erstmals wieder die – nun zusätzlich armierte – Zusatzbühne. MK-Obmann Falger verweist „auf den TVB als Veranstalter“, dort würde sicher mehr zu erfahren sein.

Lechtaltourismus-Geschäftsführer Michael Koler will erfahren haben, dass ein Träger gebrochen ist. Aber Genaues wisse er auch nicht. „Ich war ja nicht dabei. Inzwischen wurde jedenfalls alles verstärkt“, wurde ihm mitgeteilt. Was ihn beschäftigt, ist die Häme, die dem Vorfall folgte: „Hier haben ein paar eine richtige Schadenfreude entwickelt.“ Dabei würden sich unter dem Aspekt „Spargedanken versus Haftung“ prinzipielle Fragen zur Freiwilligenarbeit stellen. Müssen Professionisten so ein Gewerk aufstellen? Diese Diskussion wird in Elbigenalp inzwischen intensiv geführt, weiß TVB-GF Koler.

BM Markus Gerber, selbst Mitglied der MK Elbigenalp, befand sich ebenfalls am Podium. Er stürzte aber nicht ab. Am Dienstag war das Gemeindeoberhaupt urlaubsbedingt nicht zu erreichen.


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