Österreicher auf Peloponnes fast „vom Feuer eingekreist“

„So etwas habe ich in zehn Jahren nicht gesehen“, berichtet der Österreicher Peter Eipeldauer, der in der Nähe des Katastrophengebiets lebt. „Wir liefen Gefahr, vom Feuer eingekreist zu werden.“

Die Waldbrände haben bereits zahlreiche Häuser in Rafina zerstört.
© REUTERS

Athen – Rund um die griechische Hauptstadt Athen wüten im Moment mehrere Waldbrände. 50 Menschen sind dabei bereits ums Leben gekommen. Der Österreicher Peter Eipeldauer lebt seit zehn Jahren in Xylokastro, einer Gemeinde im Norden der griechischen Halbinsel Peloponnes. „Waldbrände kennen wir“, sagte er am Dienstag zur APA. „Aber dass es auf so vielen Plätzen gleichzeitig brennt, das kennen wir nicht.“

Eipeldauer wollte am Montagabend jemanden vom Flughafen abholen. Gegen 16.00 Uhr machte er sich mit seinem Auto auf den Weg Richtung Athen. Weiter als bis zur Mautstation Korinth kam er aber nicht. „Dort war alles gesperrt, vor uns ein Brand“, schilderte der Österreicher. Dann habe sich ein Sturm aufgebaut, „so was habe ich in zehn Jahren nicht gesehen“. Eipeldauers Angaben zufolge hätten die Fischer eine Windstärke von zehn bis elf Beaufort gemessen. Der Sturm habe die Funken weitergetragen und „durch den Funkenflug hat sich auch hinter uns ein Brand gebildet“, erzählte Eipeldauer. „Wir liefen Gefahr, vom Feuer eingekreist zu werden.“

Verkehrschaos und große Feuer in den Bergen

„Wir haben gesehen, der Wind kommt in unsere Richtung“, berichtete er weiter. Wir sind dann von der Autobahn abgefahren, „da war natürlich ein Mega-Verkehrschaos“. Zum Flughafen habe es kein Durchkommen gegeben, deswegen musste er wieder zurück nach Hause fahren. „Der Zug ist gesperrt, die Straße ist gesperrt. Bis nach Kineta kommt man, weiter nicht“, berichtete Eipeldauer. „Auf mehreren Plätzen nach Korinth waren große Feuer in den Bergen“, berichtete er von seinen Sichtungen während der Fahrt.

In Xylokastro selbst brenne es auch. „Zwei Kilometer von mir, da oben in den Bergen“, erzählte Eipeldauer. „Jetzt fliegt gerade wieder ein Löschflugzeug, hören Sie es?“ Den Piloten der Löschflugzeuge sprach der Österreicher seinen tiefsten Respekt aus. „Das sind Teufelskerle“, sagte er. „Die Löschflugzeuge nehmen das Wasser vom Meer auf, das ist bei dem Wellengang ein Wahnsinn.“ Schlimm sei nur, dass die Löschflugzeuge in der Dunkelheit nicht fliegen können und die Feuerwehrmänner mit den Flammen ganz alleine seien.

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Hoffen auf baldige Besserung

Der im Vergleich zu den Bränden östlich von Athen eher kleine Brand in Xylokastro befinde sich in einem Bergdorf über ihm, berichtete der Auswanderer. Er hoffe nur, dass der Sturm die Flammen nicht zu ihm nach unten treibe. „Wir kennen die Waldbrände, wir gehen damit um“, so Eipeldauer. „Natürlich ist es nicht lustig, aber es wird nichts evakuiert, niemand wird panisch, niemand dreht durch.“

Der Österreicher hoffe auf eine baldige Besserung, sieht die Lage aber auch realistisch. „Ich glaube schon, dass das heute und morgen noch andauern wird“, sagte er. „Im Moment sieht man überall nur die Rauchschwaden.“ (APA)


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