Trump und Juncker geben sich zu Gesprächsbeginn versöhnlich

Keine Feinde, sondern Verbündete sollen die Vereinigten Staaten laut Juncker sein. Auch Trump erwarte, dass bei den Gesprächen etwas „sehr Positives“ herauskommen werde.

Trump empfängt Juncker am Mittwoch im Weißen Haus.
© Reuters

Washington – US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sind zu Gesprächen über den transatlantischen Handelskonflikt im Weißen Haus zusammengekommen. Beide Gesprächspartner gaben sich zu Beginn ihres Treffens am Mittwoch versöhnlich.

Optimistisch: Keine Feinde, sondern Verbündete

Die Vereinigten Staaten seien „keine Feinde“, sondern „Verbündete“, sagte Juncker vor Journalisten im Oval Office. Trump äußerte die Erwartung, dass bei den Gesprächen „etwas sehr Positives“ herauskommen werde.

Seiner Regierung gehe es lediglich darum, „gleiche Wettbewerbsbedingungen“ herzustellen, betonte der US-Präsident. Von einer Einigung könnte auch die Europäische Union in großem Stil profitieren, fügte er hinzu. Trump bekräftigte seinen Vorschlag vom Vortag, dass zwischen den USA und der EU eine Abschaffung aller Zölle, Handelsbarrieren und Subventionen vereinbart werden solle. Den EU-Kommissionspräsidenten bezeichnete der Republikaner als einen „klugen“ und „zähen“ Mann.

Nach einem kurzen Vier-Augen-Gespräch von Trump und Juncker sollten die Gespräche anschließend in erweiterter Runde fortgesetzt werden. Juncker hatte sich im Vorfeld der Gespräche „nicht übermäßig optimistisch“ gezeigt. Er wolle zusammen mit seiner Delegation „Wege ausloten, wie man einen Handelskrieg vermeiden kann“, sagte er dem ZDF.

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Showdown im Handelsstreit

Der Handelsstreit zwischen den USA und der Europäischen Union war in den vergangenen Wochen eskaliert. Die USA verhängten Anfang Juni Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa. Die EU reagierte mit Gegenzöllen auf US-Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro.

Trump wirft den Europäern vor, die USA generell im Handel zu benachteiligen. Er lässt deshalb derzeit Strafzölle auch auf Auto-Importe prüfen, was besonders Deutschland hart treffen würde.

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sagte kurz vor den Handelsgesprächen mit Trump, für den Fall neuer Auto-Zölle bereite die EU-Kommission Gegenzölle auf US-Waren mit einem Wert von rund 20 Milliarden Dollar (17,09 Mrd. Euro) vor. Malmström sollte ebenfalls an den Beratungen im Weißen Haus teilnehmen.

Der Kommissionspräsident war nach Washington gereist, um eine weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und der EU abzuwenden. Trump hatte Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt. Die EU reagierte mit Vergeltungszöllen auf US-Produkte wie Whiskey, Jeans und Motorräder. Nun lässt Trump allerdings auch Sonderzölle auf den Import von europäischen Autos prüfen, was vor allem die deutschen Autobauer hart treffen würde. Die EU bereitet für diesen Fall bereits weitere Vergeltungsmaßnahmen vor. (APA/AFP/dpa)


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