„Wall Street Journal“: US-Gesandte traf Taliban-Vertreter in Doha

Doha/Kabul (APA/dpa) - Die US-Südasien-Gesandte Alice Wells hat laut einem Medienbericht Vertreter der radikalislamischen Taliban im Golfemi...

Doha/Kabul (APA/dpa) - Die US-Südasien-Gesandte Alice Wells hat laut einem Medienbericht Vertreter der radikalislamischen Taliban im Golfemirat Qatar getroffen. Bei dem Treffen in dieser Woche in der Hauptstadt Doha sei es um Fortschritte für mögliche Afghanistan-Friedensgespräche gegangen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Mittwochabend (Ortszeit).

Ziel der Diskussion sei gewesen, auf „eine durch einen dreitägigen Waffenstillstand Ende Juni geschaffene Dynamik“ aufzubauen. Das US-Außenministerium wollte die Gespräche gegenüber dem „Wall Street Journal“ nicht bestätigen.

Die USA hatten Mitte Juli bekanntgeben, zu direkten Gesprächen mit den radikalislamischen Taliban bereit zu sein. Außenminister Mike Pompeo habe die Bereitschaft bekundet, mit den Islamisten über die Rolle der internationalen Streitkräfte reden, sagte der oberste Befehlshaber General John Nicholson. Ein Sprecher der Taliban begrüßte die Bereitschaft.

Bisher hatten die USA gesagt, die Taliban sollten direkt mit der afghanischen Regierung verhandeln. Sie schlossen alleinige Verhandlungen mit ihnen aus. Ein Friedensprozess müsse unter afghanischer Führung stattfinden. Die Taliban lehnen aber bisher Gespräche mit der afghanischen Regierung ab und bezeichnen diese als Marionettenregime.


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