Chefwechsel bei Italiens RAI: Neuer Präsident und Geschäftsführer

Rom (APA) - Chefwechsel bei der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI: Der Mailänder Journalist und Autor Marcello Foa (55) ist zum neuen RA...

Rom (APA) - Chefwechsel bei der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI: Der Mailänder Journalist und Autor Marcello Foa (55) ist zum neuen RAI-Präsidenten ernannt worden. Der außenpolitische Experte war viele Jahre bei der Mailänder Tageszeitung „Il Giornale“ - im Besitz von Medienunternehmer Silvio Berlusconi - tätig und zuletzt Geschäftsführer der Mediengruppe Timedia Holding SA in der italienischen Schweiz.

Zum RAI-Geschäftsführer wurde der 51-jährige Medienmanager Fabrizio Salini ernannt. Seine Kandidatur war stark von der regierenden Fünf-Sterne-Bewegung gefördert worden. Der gebürtige Römer trug zur Gründung von TV-Kanälen wie Fox Life und Fox Retro bei, bevor er als Chef für die Filmplanung zu Sky Italia wechselte. Von Juni 2017 bis zum vergangenen Jänner war Salini Generaldirektor von „Stand by me“, einer Produktionsgesellschaft für TV-Programme.

Foa und Salini wurden von Wirtschaftsminister Giovanni Tria vorgeschlagen, ihre Ernennung wurde vom Ministerrat bestätigt, berichteten italienische Medien. „Mit Salini und Foa garantieren wir den Neustart der wichtigsten Kulturindustrie des Landes“, twitterte Premier Giuseppe Conte.

Arbeitsminister Luigi Di Maio sprach von einer „Kulturrevolution“ bei der RAI. „Wir stehen vor einer großen Herausforderung: Wir wollen uns von Parasiten befreien“, so Di Maio. Er bezog sich dabei auf den Vorwurf, in der RAI seien in den vergangenen Jahren Protegés einflussreicher Politiker der bis März regierenden Sozialdemokraten (PD) in Spitzenpositionen gehievt worden.

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Die PD beschuldigte Lega und Fünf-Sterne-Bewegung, Spitzenpositionen bei Unternehmen mit staatlicher Beteiligung, darunter die RAI, mit Vertrauenspersonen zu besetzen. „Wir werden eine scharfe Opposition führen“, versprach PD-Chef Maurizio Martina. Zuletzt hatte die Regierung angekündigt, auch die Chefpositionen bei den italienischen Staatsbahnen (FS) sowie bei der staatlichen Förderbank CDP neu besetzen zu wollen.


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