Die Weltbevölkerung hat ihre Ressourcen für 2018 aufgebraucht

Der so genannte Erdüberlastungstag bzw. Welterschöpfungstag fällt nach Berechnung der Forschungsorganisation Global Footprint in diesem Jahr schon auf den 1. August – so früh lebte die Weltbevölkerung noch nie auf Öko-Pump.

(Symbolfoto)
© Ben Goode

Berlin – Die Menschheit hat die natürlich verfügbaren Ressourcen bereits an diesem Mittwoch komplett aufgebraucht. Der so genannte Erdüberlastungstag bzw. Welterschöpfungstag fällt nach Berechnung der Forschungsorganisation Global Footprint in diesem Jahr schon auf den 1. August – so früh lebte die Weltbevölkerung noch nie auf Öko-Pump. Die Wissenschaftler rechnen aus, wann die Ressourcen verbraucht sind, die innerhalb eines Jahres auch wieder nachwachsen könnten, also nachhaltig verfügbar sind. 1970 war es rechnerisch erst Ende Dezember so weit, im Jahr 2000 bereits im September. Inzwischen wirtschaftet die Weltbevölkerung nach Angaben von Global Footprint, als hätte sie 1,7 Erden zur Verfügung.

Umweltschützer nutzen den Tag, um einen schonenderen Umgang mit Rohstoffen anzumahnen. WWir müssen unsere Lebensweise endlich klimafreundlicher und nachhaltiger gestalten, um den Raubbau von Ressourcen zu stoppen“, sagte die deutsche Grünen-Chefin Annalena Baerbock. „Energiewende, ökologische Landwirtschaft und das zunehmende Bewusstsein für nachhaltige Produktion muss auf die politische Agenda.“ Unter anderem müssten alle Gesetze auf ihre Folgen fürs Klima abgeklopft werden.

Welt lebt ab jetzt auf Öko-Pump

Um den Tag zu bestimmen, betrachtet das Global Footprint Network nicht nur den Verbrauch etwa von Holz, Tieren und Boden. Auch der CO2-Ausstoß fließt in die Berechnung mit ein. Die Kampagne zum Welterschöpfungstag – auf Englisch: Earth Overshoot Day – gibt es seit 2006.

„Für den Rest des Jahres leben wir auf Pump und verbrauchen damit die Lebensgrundlage unser Kinder und Enkel“, warnte etwa Jörg-Andreas Krüger, Direktor Ökologischer Fußabdruck beim WWF. „Brennende Wälder, schmelzende Gletscher – längst leuchten die roten Warnlampen des Planeten“, sagte der Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger.

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Erschöpungstag immer früher

Global Footprint Network berechnet den „Earth Overshoot Day“ seit den 1970er-Jahren, zu Beginn fiel er noch auf den 29. Dezember. Der Welterschöpfungstag“ vergleicht die Inanspruchnahme des Planeten durch die Menschheit mittels des Ökologischen Fußabdrucks (Footprint) mit der Biokapazität der Planeten. Das ist die Fähigkeit der Natur, Rohstoffe zu erzeugen und Schadstoffe abzubauen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ökoschulden seit dem Jahr 2000 kontinuierlich gewachsen sind. Folglich findet der „Welterschöpfungstag“ aufgrund von Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum immer früher im Kalenderjahr statt und die Menschheit lebt dann für den Rest des Jahres auf „Ökopump“

In Österreich fiel der nationale Erschöpfungstag diesmal auf den 13. April. Negativer Spitzenreiter ist Katar, wo bereits vor Mitte Februar eine negative Bilanz wurde, am besten schnitten hingegen Vietnam, Marokko und Kirgisien ab, wo die Ressourcen noch bis Mitte Dezember reichen würden. In Österreich könnte das Datum allein durch weniger Straßenverkehr um fünf Tage nach hinten verschoben werden, stellte Greenpeace am Dienstag in einer Aussendung fest. Die NGO – Teil des Global Footprint Networks – rief daher dazu auf, das Auto öfter stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel zu wechseln. „Ein Drittel der heimischen, klimaschädlichen CO2-Emissionen stammen aus dem Auspuff. Unsere Erde braucht eine Pause davon“, erklärte Adam Pawloff, Klima- und Energiesprecher von Greenpeace in Österreich. (APA/dpa)

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