Mopedlärm raubt Thaurer Anrainern den Schlaf

Bis in die Nachtstunden knattern jugendliche Mopedfahrer durchs Dorf. Die Gemeindeführung denkt nun über Anzeigen und Sperren nach.

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(Symbolfoto)
© Robert Parigger

Von Michael Domanig

Thaur –Dem Thaurer Bürgermeister Christoph Walser reicht es: Schon seit Monaten gibt es teils massive Probleme mit jugendlichen Mopedfahrern im Dorf. Diese würden bis weit in die Nacht hinein ständig in denselben Straßenzügen auf- und abfahren, Rennen bestreiten und für „bewusste Lärmbelästigung“ sorgen. „Hotspots“ seien der Dorfplatz, der Höhenweg im Ortsteil Kapons und die Moosgasse im Bereich des Spielplatzes. „Die Situation ist für die Anrainer kaum noch auszuhalten“, sagt Walser.

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Das kann Josef Wopfner, Anrainer am Dorfplatz und selbst Gemeinderat, nur bestätigen: „Von Juni bis September ist es ein Wahnsinn. Unter der Woche wird bis Mitternacht ständig mit Vollgas gefahren“, meist auf großen Mopeds, von denen viele hörbar auffrisiert seien. Die Jugendlichen, darunter auch Auswärtige, würden die Straßen für Wettfahrten und Kunststücke nützen, teils ohne Helm. „Dazu kommen lautes Geschrei und Autos mit aufgedrehten Anlagen“, schildert Wopfner.

Er habe absolut nichts dagegen, dass der Dorfplatz Treffpunkt für die Jugendlichen ist und bleibt. Aber das Verhalten habe sich geändert, der Lärmpegel extrem zugenommen. „Ab halb zehn, zehn muss es einfach ruhiger werden, wir brauchen unseren Schlaf.“ Die Lebensqualität der unmittelbaren Anrainer leide sehr, Einzelne seien wegen des Lärms gar schon weggezogen.

„Ich bin kein Freund von Verboten, mir wär’ es lieber, das mit den Jugendlichen im Guten zu regeln“, stellt BM Walser klar. Er selbst sei zuletzt mehrfach unterwegs gewesen und habe nächtliche Mopedfahrer zur Rede gestellt. Nun versuche man es noch einmal mit einem medialen Appell. Zudem stehe man natürlich regelmäßig in Kontakt mit der Polizei. „Aber wenn wir die Lag­e nicht in den Griff kriegen, wird es strikte Maßnahmen geben. Wir werden die Kennzeichen jener Mopedfahrer aufschreiben, die massiv stören, und Anzeige erstatten.“ Letzte Konsequenz wäre, den Dorfplatz ab 22 Uhr zu sperren oder ein Fahrverbot für Mopeds ab 22 Uhr einzuführen, erklärt Walser.

Das Problem habe heuer Ende Mai begonnen, berichtet der Postenkommandant der Polizeiinspektion Hall, Chefinspektor Martin Mayr. In der Folge habe die Polizei in Thaur mehrere Schwerpunktaktionen – u. a. auch mit einem Mopedprüfstand – samt entsprechender Sanktionen durchgeführt. Im Rahmen des Projekts „Gemeinsam.Sicher“ habe es im Juni auch ein Treffen mit Gemeindevertretern und rund 15 Jugendlichen gegeben, man habe hier einen „guten Zugang“ gefunden.

Mit den jetzigen hohen Temperaturen schwappe die Moped­lärm-Problematik freilich wieder hoch, so Mayr. Thaur sei hier aber kein Einzelfall, „das ist saisonal im ganzen Bezirk Innsbruck-Land zu beobachten“. Rechtlich sei die Sache klar geregelt: „Salopp gesagt, ist zum Beispiel sinnloses Auf- und Abfahren im selben Straßenzug strafbar“, betont Mayr – der ankündigt, dass es schon in Kürze die nächste Schwerpunktaktion in Thaur geben werde.

Einer der „Hotspots“ ist der neu gestaltete Dorfplatz – eine Sperre ab 22 Uhr steht im Raum.
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