E-Card der Tochter verwendet: Sozialbetrug aufgedeckt
Zahlreiche Operationen, Krankenhaus- und Reha-Aufenthalte wurden mittels der E-Card der Tochter über die Sozialversicherungsanstalt abgerechnet. Beide Frauen wurden angezeigt.
Innsbruck – Mit Hilfe einer Innsbrucker Ärztin konnte die Polizei jetzt einen dreisten Sozialbetrug aufdecken und zwei verdächtige Frauen ausforschen. Der angerichtete Schaden liegt über 50.000 Euro. Die Vorgangsweise war denkbar einfach – als „Tatwerkzeug“ diente eine E-Card.
Und die ist auf den Namen einer 68-jährigen Innsbruckerin südländischer Abstammung ausgestellt. Verwendet wurde die Karte aber nicht nur von der Besitzerin, sondern auch ihrer 84-jährigen Mutter. Die betagte Frau lebt zwar ebenfalls in Tirol, ist aber keine Österreicherin und nicht sozialversichert. Dennoch unterzog sich die 84-Jährige in den vergangenen zwölf Jahren zahlreichen Operationen. Auch Reha- und Krankenhaus-Aufenthalte zählten zu den Leistungen, die mit der E-Card der Tochter über die Sozialversicherungsanstalt abgerechnet wurden. „Nach unserem derzeitigen Ermittlungsstand liegt der Schaden bei etwas über 50.000 Euro“, sagt Harald Baumgartner von der Landespolizeidirektion.
Warum im Krankenhaus niemandem auffiel, dass die vermeintlich 68-jährige Patientin deutlich älter ist, „wissen wir nicht“, sagt Baumgartner. Schließlich war es eine Innsbrucker Ärztin, die Verdacht schöpfte: etwa, weil die Operationen nicht zur Krankengeschichte der 68-jährigen E-Card-Besitzerin passten. Die Ärztin alarmierte die Sozialversicherungsanstalt, die die Polizei-Ermittlungsgruppe „Sozialbetrug“ einschaltete. Mutter und Tochter wurden wegen schweren Betruges angezeigt. (tom)