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Transgender-Gruppen fordern von Hollywood Bruch mit Stereotypen

Ein Zusammenschluss von Transgender-Gruppen ist in einem Offenen Brief an Hollywood-Studios mit der Bitte herangetreten, ihre Geschichten be...

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Scarlett Johannson verzichtete nach Kritik auf die Rolle des Trans-Mannes Dante Gill.
© GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Ein Zusammenschluss von Transgender-Gruppen ist in einem Offenen Brief an Hollywood-Studios mit der Bitte herangetreten, ihre Geschichten besser zu erzählen. In dem Schreiben fordern sie diese dazu auf, „ihre Macht dazu zu nützen, das Leben von Transgender-Personen zu verbessern, indem sie die Vorstellung der Amerikaner von Trans-Menschen verändern".

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„Wir sind damit aufgewachsen, Fernseh- und Kinofilme zu sehen, die fast ausschließlich tragische Opfer, psychotische Killer und eindimensionale Stereotypen zeigen", heißt es in dem Brief. Laut der aktuellen „Inequality"-Studie der University of Southern California — die TT berichtete — kommt in 109 Filmen, die 2017 von den sieben finanzstärksten US-Filmstudios herausgebracht wurden, keine einzige Transgender-Person vor.

Der Offene Brief folgt auf eine Kontroverse in der LGBT-Szene, nachdem Scarlett Johansson als Transgender-Charakter in dem geplanten Streifen „Rub & Tug" besetzt wurde.

In der Filmbiografie, die von Rupert Sanders inszeniert werden soll, sollte die 33-Jährige Dante Gill spielen, der in den 1970er-Jahren in Pittsburghs Unterwelt agierte. Gill wurde mit weiblichen Körpermerkmalen geboren, empfand sich aber als Mann. Johansson zog sich nach vehementer Kritik an ihrem Engagement von dem Projekt zurück und bezeichnete die Besetzung als „unsensibel". Sie empfinde „große Bewunderung für die Trans-Community" und sei dankbar, dass die Debatte um Inklusion in Hollywood weitergehe, so Johansson — und plädierte dafür, die Rolle mit einer Trans-Schauspielerin zu besetzen.

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Zuvor wies die Schauspielerin allerdings darauf hin, dass auch ihre Schauspielkollegen Jeffrey Tambor, Jared Leto und Felicity Huffman zuletzt erfolgreich Transgender-Rollen gespielt hatten — und dafür mit renommierten Preisen bedacht wurden. Leto etwa wurde für „Dallas Buyers Club" 2014 mit dem Oscar als Bester Nebendarsteller gewürdigt. Tambor erhielt für seine Leistungen in der Amazon-Serie „Transparent" 2015 einen Golden Globe.

Nach Johansson Rückzug ist unklar, wie es nun mit „Rub & Tug" weitergeht. Johansson und Sanders hatten bereits für die Manga-Adaption „Ghost in the Shell" (2017) Kritik auf sich gezogen, weil Johansson darin eine ursprünglich japanische Rolle spielte.

In dem offenen Brief wird nun darauf verwiesen, dass Filme wie „Brokeback Mountain" in der Vergangenheit dazu beigetragen hätten, Stereotypen über homosexuelle Menschen abzubauen. (Reuters, jole)


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