Leitbörsen in Fernost schließen einheitlich im roten Bereich

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben sich am Montag einheitlich im roten Bereich gezeigt. Für trübe Stimmung sorgte auch an Asiens ...

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben sich am Montag einheitlich im roten Bereich gezeigt. Für trübe Stimmung sorgte auch an Asiens Börsen die Währungskrise in der Türkei. Der Nikkei-225 Index in Tokio fiel um 440,65 Zähler oder 1,98 Prozent auf 21.857,43 Punkte.

Der Hang Seng Index in Hongkong verlor ebenfalls klare 430,05 Zähler (minus 1,52 Prozent) auf 27.936,57 Einheiten. Der Shanghai Composite gab vergleichsweise moderate 9,44 Punkte oder 0,34 Prozent auf 2.785,87 Punkte ab.

Auch die Märkte in Indien und Australien zeigten sich schwächer. Der Sensex 30 in Mumbai tendierte zuletzt bei 37.738,47 Zählern mit minus 130,76 Punkten oder 0,35 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney verlor 25,5 Zähler oder 0,40 Prozent auf 6.341,30 Einheiten.

Der Verfall der türkischen Lira hat sich auch zum Start der neuen Woche fortgesetzt und die Anleger beunruhigt. Erstmals mussten zwischenzeitlich mehr als sieben Lira für einen Dollar gezahlt werden, für einen Euro wurden erstmals mehr als acht Lira fällig. Seit Jahresstart hat die türkische Währung bereits rund 40 Prozent an Wert verloren.

Die türkische Notenbank hat bereits Maßnahmen gegen den drastischen Lira-Verfall angekündigt, dies half der türkischen Währung allerdings nur kurzzeitig. Darüber hinaus sind mit heute, Montag, neue US-Stahlzölle für die Türkei in Kraft getreten. So hat Donald Trump am Freitag die Verdoppelung der Tarife in Höhe von 50 Prozent statt bisher 25 Prozent angeordnet.

Nach Meinung des Chefs des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, Clemens Fuest, ist die Ankündigung von US-Sanktionen gegen die Türkei der „Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat“. Fuest riet der Türkei, Hilfen beim Internationalen Währungsfonds (IWF) zu beantragen.

Der Abverkauf bei der türkischen Lira trieb die Anleger in als sicher geltende Devisen, unter anderem auch in den japanischen Yen, was in Folge Exportwerte belastete. Unter anderem sackten Toyota um 2,1 Prozent ab und Sony büßten 2,2 Prozent ein.

Weiters gerieten aufgrund der neuen Stahlzölle für die Türkei auch Metallwerte an den Fernost-Börsen teilweise stark unter Druck. In Tokio büßten Toho Zinc 5,63 Prozent) ein, Japan Steel sackten um 7,62 Prozent ab und Mitsui Mining & Smelting brachen sogar um satte 14,10 Prozent ein.

Auch Werte aus der Finanz- sowie der Rohstoffbranche litten unter den Sorgen um eine Wirtschaftskrise in der Türkei. Im Hongkong sackten die Papiere der Bank of East Asia um 5,79 Prozent ab und landeten damit an der letzten Stelle im Hang Seng Index. Auch bei den beiden Ölwerten CNOOC und Petrochina ging es um jeweils zwei Prozent bergab.


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