CIPRA und Transitforum für Neuausrichtung der Tiroler Seilbahnpolitik

Innsbruck (APA) - Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA und das Transitforum Austria-Tirol haben in einem gemeinsamen Positionspapi...

Innsbruck (APA) - Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA und das Transitforum Austria-Tirol haben in einem gemeinsamen Positionspapier eine Neuorientierung der Tiroler Seilbahnpolitik gefordert. Das Papier erging an Landeshauptmann Günther Platter und den für Raumordnung zuständigen Landesrat Johannes Tratter (beide ÖVP). Im Zentrum der Kritik steht dabei vor allem das „unbegrenzte Wachstum“.

Ein Vorbild für das aktuell geforderte Umdenken war bei der Pressekonferenz am Montag in Innsbruck schnell gefunden. Von 1989 bis 1992 verordnete sich die damalige Tiroler Landesregierung unter Landeshauptmann Wendelin Weingartner (ÖVP) und Landeshauptmann-Stellvertreter Ferdinand Eberle (ÖVP) eine Nachdenkpause in Sachen Seilbahnen und Skigebiete. Auch Endausbaugrenzen für Skigebiete kamen damals aufs Tapet.

Im aktuellen Regierungsübereinkommen von Schwarz-Grün II sei nunmehr eine Evaluierung zum Thema vorgesehen. Die Frontmänner von CIPRA und dem Transitforum Austria-Tirol, Peter Haßlacher und Fritz Gurgiser, wollen diese Phase nutzen, um ihre Forderungen anzubringen, wie etwa „Endausbaugrenzen für Skigebiete“ nach damaligem Vorbild und eine jährliche Vorlage von raum- und verkehrsbezogenen Daten. Auch eine „exakte Umsetzung der Durchführungsprotokolle der Alpenkonvention“ soll erreicht werden, wie Haßlacher mehrfach betonte.

Auf das „Verursacherprinzip“ beim Thema Verkehr beharrte wiederum Fritz Gurgiser. Die Seilbahnwirtschaft solle ihre „geistige Innovationskraft auch dazu nutzen um zu schauen, wie man die Gäste herbringt“. Die Verursacher sollten einen Teil dazu beitragen das Verkehrsproblem zu lösen. Schließlich könne man die „Gäste über dem neuen Bond-Museum nicht vom Hubschrauber aus abwerfen“, meinte Gurgiser, der Tirol wieder als „Herz der Alpen“ und nicht als „Blockabfertigungsland“ sehen wollte. „Kein Liftsessel mehr ohne Lösung des Verkehrsproblems“, gab der Transitforum-Obmann dabei als Devise aus.

Weitere bei der Pressekonferenz und im Positionspapier zum Ausdruck gebrachte Forderungen umfassen außerdem, dass keine neuen Erweiterungen, Zubringerbahnen und Zusammenschlüsse in verkehrsgeplagten Tourismusregionen stattfinden und entstehen sollen. Darüber hinaus wünscht man sich, dass besonders bedeutende Skitouren- und Sommertourismusgebiete von „Erschließungen freigehalten“ werden.

Das derzeitige Tiroler Seilbahn- und Skigebietsprogramm (TSSP) läuft mit 31. Dezember 2018 aus. Die schwarz-grüne Koalition hat sich in ihrem Regierungsprogramm dazu bekannt, das TSSP weiterzuentwickeln. Ziel dabei sei es, „dass es zu keinen Neuerschließungen kommt und Zusammenschlüsse, Abrundungen und Zubringer dort möglich sind, wo sie sinnvoll und ökologisch verträglich sind“, heißt es im Regierungsprogramm. Die Projekte Kappl-St. Anton, Spieljoch-Hochzillertal und Ötztal-Pitzal mit Zubringerbahn Griestal würden sich bereits im behördlichen Verfahren befinden und seien daher nach den einschlägigen rechtlichen Kriterien abzuarbeiten. Sie wurden außer Streit gestellt.


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