Frankfurter Rentenmarkt tendiert etwas höher

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen haben am Montag im Kurs leicht zugelegt. Die um sich greifende Krise in der Türkei...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen haben am Montag im Kurs leicht zugelegt. Die um sich greifende Krise in der Türkei ließ Anleger sichere Anlagen nachfragen. Verluste verbuchten dagegen Staatspapiere aus Italien, Spanien und Portugal. Auch griechische Titel standen unter Abgabedruck.

Der für den deutschen Markt richtungweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag um 0,06 Prozent auf 163,42 Punkte. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten etwas tiefer bei 0,31 Prozent. Die Renditen in Südeuropa stiegen dagegen an.

Die Analysten der Commerzbank umschreiben die Marktlage als „globale Risikoaversion“. So werde die von der italienischen Politik ausgehende Unsicherheit gegenwärtig verstärkt durch die Lirakrise in der Türkei. Hinzu komme eine im Sommer übliche geringe Liquidität am Anleihemarkt. Sichere Anlagen wie Bundesanleihen seien in diesem Umfeld prinzipiell gefragt.

Wie kritisch die Lage in der Türkei mittlerweile gesehen wird, zeigt ein Blick auf die Prämien für Absicherungen gegen einen Zahlungsausfall des Landes. Diese liegen mittlerweile auf dem höchsten Stand seit dem Jahr 2009, als die globale Finanzkrise in eine Weltwirtschaftskrise mündete. Die Absicherungskosten für türkische Anleihen sind aktuell höher als diejenigen für Forderungen gegenüber Ländern wie dem Irak, Pakistan, der Ukraine oder Griechenland.

Konjunkturdaten stehen zu Wochenbeginn nur sehr wenige an. Marktdominierend dürfte der Fortgang der Krise in der Türkei bleiben. Am Montagmorgen griff die türkische Notenbank ein und sorgte für eine erhöhte Liquidität bei den heimischen Geschäftsbanken. Die Marktreaktionen waren jedoch verhalten. Mit Spannung wird ein so genannter Aktionsplan der türkischen Regierung erwartet, der am Montag verkündet werden soll.


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