Türkische Zentralbank will Banken des Landes in Währungskrise stützen

Istanbul (APA/AFP) - Angesichts der Währungskrise in der Türkei hat die türkische Zentralbank zugesichert, „alle notwendigen Maßnahmen“ zur ...

Istanbul (APA/AFP) - Angesichts der Währungskrise in der Türkei hat die türkische Zentralbank zugesichert, „alle notwendigen Maßnahmen“ zur Wahrung der Finanzstabilität zu ergreifen. Sie werde Marktlage und Preisentwicklung „genau beobachten“ und die Banken mit den nötigen liquiden Mitteln versorgen, erklärte die Bank. Das beruhigte den Kursabfall der Lira etwas.

Die Zentralbank kündigte am Vormittag eine Reihe von Maßnahmen an: So wurden die Regeln für die Kapitalreserven der Banken verschärft, außerdem teilte die Zentralbank mit, dass rund 10 Mrd. Lira (1,5 Mrd. Euro), 6 Mrd. Dollar (5,2 Mrd. Euro) und umgerechnet 3 Milliarden in Gold dem Finanzsystem zur Verfügung gestellt würden. Die Lira hat seit Jahresbeginn mehr als 40 Prozent ihres Werts zum Dollar verloren und büßte allein am vergangenen Freitag rund 16 Prozent ein.

Der Absturz der türkischen Währung sorgt weltweit für Unruhe und ließ am Montag auch die europäischen Börsen einsacken. Im Handel auf den asiatischen Märkten war die Lira zuvor auf einen neuen Tiefstand gefallen und wurde zwischenzeitlich über sieben Lira zum Dollar gehandelt.

Getrieben wird der Fall der Lira durch den erbitterten Streit der Türkei mit den USA um die Inhaftierung des US-Pastors Andrew Brunson. US-Präsident Donald Trump drängt auf die Freilassung des evangelikalen Geistlichen, der in der Türkei wegen Spionage- und Terrorvorwürfen angeklagt ist. Anfang August verhängte Trump in dem Fall Sanktionen gegen zwei türkische Minister, woraufhin die Lira Anfang vergangener Woche massiv einbrach.

Seine Landsleute hatte Erdogan kürzlich aufgerufen, ihre ausländischen Devisen und Goldreserven in Lira zu tauschen, um die Währung zu stützen. Am Sonntag sagte er, auch Industrielle und Händler stünden in der Pflicht, das Land zu schützen, sonst müsse er „Plan B oder Plan C“ aktivieren. In sozialen Medien führte dies zu Spekulationen, dass die Regierung türkische Konten in ausländischer Währung in Lira umwandeln oder einen festen Wechselkurs einführen könnte.

Finanzminister Berat Albayrak bezeichnete solche Gerüchte daraufhin als „Lügen“, die von der Justiz bekämpft würden. Die Justiz kündigte am Montag an, gegen „Falschnachrichten“ zur Währungspolitik vorzugehen - so verkündete die Istanbuler Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Urheber „manipulativer Geschichten“. Auch die Ermittlungsbehörde für Finanzkriminalität (Masak) kündigte an, gegen die Verbreitung von „Falschnachrichten“ zur Manipulation der Währung vorzugehen.


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