Wirbel um Zusatz für Kunstschnee: Platter prüft gesetzliches Verbot

Das Landesverwaltungsgericht hat das Verbot von Zusatzstoffen für Schneeerzeugung gekippt. Seefelds Bürgermeister Frießer verteidigt dies, Seilbahner-Obmann Hörl übt indes scharfe Kritik. Auch die Politik lehnt die künstlichen Zusatzstoffe ab. LH Platter kündigt eine neue Richtlinie der Infrastrukturförderung an.

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Ilse Kirchner • 15.08.2018 08:40
Schlimm, wenn die Geldgier das Umweltbewußtsein auslöscht! Gibt's keinen Zusatz z.B. "Hirnmax" für die Verantwortlichen.......
Walter Gruber • 15.08.2018 05:41
Das Protein ist schädlich für Pilze. "Es gibt Pflanzen, die eine sehr ausgeklügelte Symbiose mit Pilzen haben. Das heißt, dass dieser Pilz die Pflanze mit Mineralien und mit Nährstoffen versorgt", sagt die Glaziologin Birgit Sattler von der Uni Innsbruck. "Falls dieses Protein greifen würde und diesen Pilz schwächt oder auch abtötet, dann ist dieses Gleichgewicht ganz sensibel gestört." https://www.3sat.de/page/?source=/nano/technik/160487/index.html Klingt nach "Agent Orange"
Florian Zechel • 14.08.2018 20:02
Ich spekuliere einmal: selbst wenn man im Moment noch ohne Zusätze auskommen sollte, wäre es für Seefeld oder andere die folgen könnten zu verlockend, Pisten und Loipenauch noch bei höheren Plusgraden zu beschneien. Oder was sollte die Aktion sonst bewirken?
Günther Eigentler • 14.08.2018 17:22
Man kann davon ausgehen, dass der Blödheit keine Grenzen gesetzt sind, wenn man Zusatzstoffe für die Kunstschneeerzeugung einsetzt. Derzeit sind auch solche Stoffe am Markt, die gentechnisch veränderte Bakterien enthalten und problemlos über das Internet zu bestellen sind. Ob deren Bezug und Verwendung kontrollierbar ist?
Helmut Peer • 14.08.2018 13:09
Der einzige "Skandal" in dieser Sache ist der, dass sich die Landespolitik offensichtlich (wieder einmal) mit einer rechtswidrigen Weisung in die erstinstanzliche behördliche Entscheidung BH eingemischt hat. Ein Lob dem LVwG das hier einzig dem Gesetz verpflichtet ist und nicht Diener zweier Herren ist. Eigentlich wäre es ja ganz einfach: Wenn die Politik eine andere Entscheidung will, muss sie ja nur das Gesetz ändern.
Roderich Urschler • 14.08.2018 10:32
Ich habe vor mehr als 10 Jahren die Umweltverträglichkeit des Zusatzes Snomax von der Universität für Bodenkultur mittels eines über eine Wintersaison andauernden, behördlich genehmigten Feldversuchs prüfen lassen. Das Ergebnis deckte sich mit den Untersuchungen in Skandinavien, Frankreich und der Schweiz. Der Einsatz von Snomax wäre vollkommen unbedenklich. Dennoch hat sich die österreichische Seilbahnwirtschaft ZU RECHT dazu entschieden, diesen Zusatz nicht zu verwenden und den technischen Schnee ausschliesslich mit Wasser und Luft zu produzieren. Damit konnte auch vermieden werden, dass Ökofundis oder die üblichen verdächtigen Massenmedien unserer Nachbarländer eine vollkommen unberechtigte Negativkampagne vom Zaun brechen, wie bei anderen Beispielen schon gehandhabt. Die Aktion von Seefeld ist darüber hinaus vollkommen überflüssig, zumal die vor einem Jahrzent noch intensiv diskutierte Effizienz der Schneizusätze durch die immens verbesserte Technologie der Schneigeräte kaum noch gegeben ist. Dies beweist auch die Tatsache, dass Schigebiete in Ländern, in denen Snomax zugrlassen ist, von dessen Verwendung grösstenteils abgekommen sind
Elfriede Schinnerl • 14.08.2018 10:17
Also da gebe ich jenen Recht, die eine hundertprozentige Reinheit bei der Schneeerzeugung, sohin nur Wasser und Kälte, fordern. Auch wenn im Sinne der Tourismusbranche beteuert wird, dass ein Zusatz bei der Schneeerzeugung keine Auswirkungen auf Wasser, Pflanzen, Tiere etc. hat, ist es dennoch zu hinterfragen, denn wer kann heute schon mit Bestimmtheit sagen, wie sich diverse Zusätze in zukünftigen Jahren insgesamt auf diesen beschneiten Flächen auswirken; sollte es dann möglicherweise negativ sein, dann ist es zu spät, der Schaden ist bereits angerichtet; man brauche sich ja nur jetzt schon die "begrünten" Oberflächen der Schipisten ansehen, die Monokultur ist nicht zu übersehen, von Alpenflora keine Spur mehr. Und letzteres im Hinblick darauf, dass auf sanften Tourismus wie Bergwandern, Erleben der Natur etc. gesetzt wird; das wird sich früher oder später nicht mehr ausgehen und die Piefke Saga lässt grüßen.
Fritz Gurgiser • 14.08.2018 08:40
Die Entscheidung des Landesverwaltungsgerichtes ist so wie sie ist, ob richtig oder falsch, kann ich nicht beurteilen. Es geht aber um ganz etwas anderes: Fakt ist anscheinend, dass mit unserem "besten Tiroler Wasser" das Beschneien von Pisten auf Grund der steigenden Temperaturen (Grund dürfte der von vielen immer noch verdrängte Klimawandel sein) nicht mehr möglich ist und daher die Frage, was folgt dann, wenn auch dieses Mittel nicht mehr reicht? Und was machen alle diese Schigebiete, die immer noch auf "grenzenloses Wachstum" setzen, was in sehr vielen Bereichen lokal wie global verdrängten Klimawandel ist? Das ist die Frage, die kein Verwaltungsgericht "entscheiden" kann - das ist die Frage, die wir uns alle täglich bei unserem Verhalten, bei unserem Verbrauch etc. zu stellen haben. Fritz Gurgiser

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