Deutsche Netzagentur kritisiert Verspätungen bei Stromleitungen

München (APA/AFP) - Der Präsident der deutschen Bundesnetzagentur, Jochen Homann, hat Verzögerungen beim Bau von Leitungen eingeräumt und me...

München (APA/AFP) - Der Präsident der deutschen Bundesnetzagentur, Jochen Homann, hat Verzögerungen beim Bau von Leitungen eingeräumt und mehr Tempo angemahnt. „Es ist schon richtig, dass wir bei einer Reihe von Leitungen nicht im Zeitplan liegen“, sagte er am Dienstag dem Bayerischen Rundfunk. Der Netzausbau komme nicht so schnell voran, „wie wir uns das wünschen würden“.

Homann forderte alle Beteiligten auf, beim Tempo nicht nachzulassen und lobte die geplante dreitägige „Netzausbaureise“ von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU): „Das ist natürlich ein tolles Signal für den Netzausbau und hilft uns auch als Genehmigungsbehörde sicherlich sehr“, sagte Homann in der Sendung „Radiowelt am Morgen“.

Angesichts der nun vielerorts geplanten unterirdischen Stromleitungen sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, dass dies zwar „ein Stück teurer“ werde, es zugleich aber bei der Akzeptanz in der Bevölkerung helfe. „Und das ist letztlich auch etwas, was man in Geld bewerten muss“, sagte Homann.

Mit Blick auf den Transport des Stroms machte Homann deutlich: „Es macht keinen Sinn, Ökostrom zu erzeugen, wenn man ihn anschließend nicht dahin transportieren kann, wo er gebraucht wird.“ Im Norden sei insbesondere der Windstrom erheblich ausgebaut worden. „Und dort gibt es Überschüsse, die im Süden gebraucht werden“, sagte Homann. „Und das beschreibt das Grundproblem - der Strom muss von Nord nach Süd.“

Auch der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) forderte, beim Netzausbau „jetzt Tempo“ zu machen. „Wir brauchen Stromleitungen, die den Strom von Nord nach Süd und von Ost nach West und umgekehrt bringen“, sagte er am Dienstag im ZDF-“Morgenmagazin“. Deshalb sei die Tour des Bundeswirtschaftsministers für mehr Akzeptanz für den Netzausbau zu begrüßen. Altmaier reist bin Donnerstag durch die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.


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