Zehn Jahre Haft für Anstiftung zum Brudermord

Ein banaler Streit wegen eines Fernsehers veranlasste 2016 einen in Tirol aufhältigen Syrer, den Mord an seinem älteren Bruder in Auftrag zu...

Der Syrer heuerte für Geld einen Killer für seinen Bruder an.
© Fellner

Ein banaler Streit wegen eines Fernsehers veranlasste 2016 einen in Tirol aufhältigen Syrer, den Mord an seinem älteren Bruder in Auftrag zu geben. Dazu heuerte er einen Marokkaner mit 9000 Euro für die Vermittlung eines Auftragsmörders an. Zum Mord kam es jedoch nicht, da sich der Marokkaner mit der unglaublichen Geschichte sofort an die Polizei gewandt hatte. Im März sahen Geschworene darin mit 6:2 der Stimmen Bestimmung zum Mord und verhängten zehn Jahre Haft. Dagegen berief der Syrer gestern am Oberlandesgericht. Im Beisein seiner Mutter und des Bruders bestätigte der Senat die Haftstrafe. Die Absicht zur Tatausführung sei durch eine einmonatige Vorbereitungsphase eindeutig und erschwerend. Unter anderem hatte der Syrer ein Bild und die Lebensgewohnheiten seines Bruders an den Marokkaner weitergeleitet.

Insgesamt drei Brandstiftungen zum Jahreswechsel gestand gestern am Landesgericht ein Innsbrucker in dessen Wohnhaus ein. Die Brandstiftungen, unter anderem an einem Kinderwagen, waren jedoch letztlich als Hilfeschrei zu sehen. So offenbarte der 28-Jährige Richter Josef Geisler nicht nur, dass er zu den Tatzeitpunkten mit Beziehungsproblemen, sondern dazu mit schweren Depressionen zu kämpfen hatte. Richter Geisler wählte darauf auf Anregung von Verteidiger Alexander Doerge eine wirkungsvolle Sanktion: Von zwei Jahren Haft ergingen 16 Monate bedingt – unter der Weisung auf ambulante psychotherapeutische Behandlung. 3035 Euro verrechnet die Berufsfeuerwehr für die vorsätzlich herbeigeführten Einsätze.

Eine psychische Erkrankung, Krankenstände, hohe Fixkosten – und schon befand sich ein neunfach Vorbestrafter als Versicherungsvertreter wieder auf der schiefen Bahn. Um zu Geld zu kommen, trat der 46-Jährige privat, jedoch im Anschein für seine Versicherung auf und verleitete langjährige Kunden zu Risikogeschäften. Dass 82.932 Euro direkt auf Konten des Vertreters landeten, wurde spät bemerkt. 21 Monate Haft, sieben davon unbedingt, ergingen. (fell)


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