Sehr strenge Kontrollen bei Tirols Brücken

Nach dem Brückeneinsturz in Genua hat die TT nachgefragt, wie es um die Sicherheit von Tirols Brücken bestellt ist.

© Asfinag

Innsbruck –Es dauerte nur wenige Sekunden. Der Pfeiler brach in sich zusammen und mit ihm sanken 250 Meter Fahrbahn in die Tiefe. Auch drei Tage nach dem Einsturz der Morandi-Brücke in der italienischen Hafenstadt Genua sitzt der Schock tief. Dutzende Menschen starben. Und hierzulande stellen sich viele die Frage: „Kann so etwas auch in Tirol passieren?“

Er könne dies mit „sehr großer Wahrscheinlichkeit“ ausschließen, sagt Thomas Gabl, der bei der Autobahn-Betreibergesellschaft Asfinag für Kontrolle und Instandhaltung Brücken zuständig ist. Grund dafür sind laut dem Experten die sehr engmaschigen Kontrollen: „Seit dem Einsturz der Reichsbrücke im Jahr 1976 sind eine ganze Reihe Vorschriften entstanden und über die Zeit gereift.“

Die Überprüfungen fußen auf drei Säulen und gelten bundesweit für alle Brückenbauten. Neben der täglichen Kontrolle auf oberflächliche Schäden durch Mitarbeiter der Straßenmeistereien wird jede Brücke alle zwei Jahre einer internen Prüfung unterzogen. Im Sechs-Jahres-Rhythmus erfolgt eine so genannte Brückenhauptprüfung, bei der externe Fachleute den Zustand des Baus bewerten.

So eine Prüfung steht im Herbst auch der Europabrücke bevor. „Nächste Woche werden wir die Pfeiler mit Drohnen sondieren. Die Auflösung der Bilder ist inzwischen so hoch, dass wir etwaige Schäden sehr gut erkennen können“, sagt Gabl. Nach Testphasen kämen die Fluggeräten nun serienmäßig zum Einsatz.

Die Asfinag investiert in ihre 374 Brücken in Tirol jährlich rund 20 Millionen Euro. Das Land Tirol, welches rund 2000 Brücken unterhält, gibt jährlich bis zu zehn Millionen Euro für Instandhaltungsarbeiten aus. (bfk)


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