Kritik von SPD-Ministern an deutschen Ankerzentren für Asylbewerber

Wiesbaden (APA/dpa) - Die SPD-Innenminister der deutschen Bundesländer sehen die sogenannten Ankerzentren für Migranten nach wie vor kritisc...

Wiesbaden (APA/dpa) - Die SPD-Innenminister der deutschen Bundesländer sehen die sogenannten Ankerzentren für Migranten nach wie vor kritisch. Noch sei nicht erkennbar, wie sich die Asylverfahren dadurch beschleunigen könnten, sagte Niedersachsens Ressortchef Boris Pistorius am Donnerstag in Wiesbaden. Schon jetzt arbeiteten die Behörden vielerorts gut zusammen - „egal welches Türschild eine solche Einrichtung hat“.

Problematisch sei vielmehr, dass es im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nicht genügend Personal gebe, um die Gerichtsverfahren um abgelehnte Asylbewerber zu begleiten. Abschiebungen scheiterten zudem oft an fehlenden Pässen, kritisierte Pistorius, der Sprecher der SPD-geführten Innenministerien ist. Die Sozialdemokraten stellen derzeit in sieben deutschen Bundesländern den Regierungschef.

Die Ankerzentren sollen Asylverfahren beschleunigen - und damit auch Abschiebungen oder Rückführungen. Die wichtigsten Behörden sollen dort vertreten sein. Die Bundes-SPD hatte den Zentren im Koalitionsvertrag mit der CDU/CSU zugestimmt. Erste Einrichtungen sind unter anderem in Bayern in Betrieb gegangen.


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