Migrationstransitland Niger will mehr Militärhilfe von Deutschland

Berlin (APA/Reuters) - Das Flüchtlings-Transitland Niger bittet Deutschland um mehr Militärhilfe im Kampf gegen Terror und Organisierte Krim...

Berlin (APA/Reuters) - Das Flüchtlings-Transitland Niger bittet Deutschland um mehr Militärhilfe im Kampf gegen Terror und Organisierte Kriminalität. „Deutschland tut schon sehr viel, um uns zu helfen - bei der Ausbildung von Armee und Polizei, bei deren Ausrüstung und dem Bau von Infrastruktur“, sagte der nigrische Präsident Mahamadou Issoufou der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag in Berlin.

Er wünsche sich aber noch mehr Unterstützung. Während seines mehrtägigen Deutschland-Besuchs habe er daher um mehr Ausbildung und Ausrüstung sowohl für Niger gebeten als auch für die 5.000 Soldaten starke, multinationale G-5-Eingreiftruppe der fünf Sahel-Staaten Mali, Niger, Burkina Faso, Tschad und Mauretanien, die seit gut einem Jahr aufgebaut wird. Wichtig sei auch, die dauerhafte Finanzierung der Truppe sicherzustellen.

Zugleich forderte Issoufou Deutschland dazu auf, verstärkt nach einer Lösung für die Krise in Libyen zu suchen. „Solange in Libyen Chaos herrscht, sind auch Sicherheit und Stabilität im Sahel in Gefahr“, warnte der Präsident. „Die Schlepper, die die Migranten nach Libyen transportieren, bringen auf dem Rückweg Waffen mit.“ Wenn der Terror jedoch im Sahel Fuß fasse, dann werde die Gewalt auch auf Europa überspringen. Der Sahel sei auf die Solidarität von Ländern wie Deutschland angewiesen. Aber er führe den Kampf gegen den Terror nicht nur für sich selbst, sondern auch für den Rest der Welt.

Die Wüstenstadt Agadez in Niger ist ein zentraler Knotenpunkt auf dem Weg von Migranten und Flüchtlingen in Richtung Mittelmeer. Für sie beginnt hier die letzte gefährliche Etappe durch die Sahara. Helfer schätzen, dass allein in der Wüste von Niger mehr Menschen verdursten als bei der Überfahrt über das Mittelmeer ertrinken. Früher gingen Experten davon aus, dass 90 Prozent der Flüchtlinge und Migranten, die in Libyen ankommen, Agadez passierten. Inzwischen gehen die Behörden stärker gegen die dort ansässigen Menschenschmuggler vor.


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