Gewerkschaft warnt vor genereller Sonntagsöffnung durch Rad-WM

Die GPA-djp Tirol zeigt sich verwundert, dass ein entsprechender Antrag zur Sonntagsöffnung im Handel während der Rad-WM von der Wirtschaftskammer kommt – und nicht von den Gemeinden selbst.

Einer von vielen Orten, die Teil der Rad-WM sind: Alpbach.
© APA

Innsbruck – Dass die Öffnungszeiten im Handel für die Dauer der Rad-WM (23.bis 30. September) ausgedehnt werden, lässt bei der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) die Alarmglocken schrillen. Stutzig macht sie dabei, dass es die Wirtschaftskammer (WKO) war – und nicht wie bei besonderen Events üblich die betroffenen Gemeinden – die um eine Ausdehnung der Öffnungszeiten angesucht habe. Es sei nicht das erste Mal, dass die WKO Gemeinden ohne den Bedarf und Wunsch der betroffenen Orte in die Ausnahmeregelung der Tiroler Öffnungszeitenverordnung aufnehmen wollte, heißt es in einer Aussendung. Die Gewerkschaft ortet darin einen Versuch der Kammer, die Erweiterung der Öffnungszeiten generell voranzutreiben.

Auf Kritik stößt vor allem die angedachte Ausdehnung der Öffnungszeiten „für jeden Ort an der Strecke – egal ob dort ein Streckenposten oder eine Fanzone ist oder ob er einfach nur durchfahren wird“, moniert David Schumacher, zuständiger Sekretär für den Handel und stellvertretender Geschäftsführer der GPA-djp Tirol. Ob es dabei zu erhöhtem Einkaufsbedarf komme, sei für ihn dahingestellt. „Denn vonseiten der Wirtschaftskammer liegen lediglich Schätzungen zu den möglichen Nächtigungszahlen vor.“

„Faire Spielregeln“ bei Events scheue die WKO jedoch, kritisiert der Gewerkschafter in Bezug auf einen Kollektivvertrag, der laut Schumacher von Gewerkschaft und Wirtschaftskammer für die langen Einkaufsnächte ausverhandelt worden war, schlussendlich jedoch an der fehlenden Unterschrift der WKO scheiterte.

Die derzeit geltendenden Saisonregelungen und das Angebot an Saisonorten, die ohnehin sonntags ihre Geschäfte öffnen dürfen, sind nach Ansicht der Gewerkschaft ausreichend, um den Bedarf an Bewirtung und Verpflegung auch während der Rad-WM zu decken. Durch eine Erweiterung der Öffnungszeiten könnte jedoch das Verkaufspersonal „nicht nur durchgehend beschäftigt werden, sondern auch mehrmals auf den Tag verteilt in das Geschäft geholt werden“, warnt Schumacher. (TT.com)

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