Campus Lienz kostet zwei Mio. Euro mehr

Höhere Baukosten, Behördenauflagen und Zusatzwünsche von Lienz ließen Aufwand in die Höhe schnellen.

© Brunner Images | Philipp Brunner

Von Peter Nindler

Innsbruck –Unter keinem guten Stern stehen derzeit die öffentlichen Hochbauprojekte im Land Tirol. Die Baukosten galoppieren davon, die ursprünglichen Budgetvorgaben können nicht eingehalten werden. Zuletzt wurde wegen einer nach oben revidierten Kostenschätzung der geplante Neubau des Management Centers Innsbruck gestoppt. Am Marienfeiertag musste die schwarz-grüne Landesregierung eine weitere finanzielle Pille schlucken. Denn der Uni-Campus in Lienz, der im März besiedelt wurde, benötigt einen finanziellen Nachschlag. Und zwar von knapp zwei Millionen Euro.

Mit Beginn des Sommersemesters Anfang März übersiedelten die Mechatronik-Studenten von der provisorischen Unterkunft in der Lienzer Wirtschaftskammer an den Iselkai. Träger der „Außen-Uni“ sind die Universität Innsbruck und die private Landesuniversität UMIT in Hall. Ursprünglich waren 10,9 Millionen Eur­o für den Bau vorgesehen, jetzt müssen für den ersten Bauabschnitt die Kosten um 1,225 Mio. Euro erhöht werden. Zwischenzeitlich ist außerdem schon eine Kreditmittelumschichtung von 1,1 Mio. Euro erfolgt.

Die Steigerung bei den Baukosten beträgt rund 15 Prozent und ist auf die boomende Baukonjunktur zurückzuführen, die sich als Preistreiber entpuppt. Allein 550.000 Euro entfallen deshalb auf eine nicht „prognostizierbare Kostenentwicklung“, wie es heißt. 675.000 Euro an Mehrkosten sind auf Behördenauflagen, Anrainerentschädigungen und unvorhergesehene Zusatzkosten zurückzuführen. Was versteht man darunter?

Da sich der Campus-Neubau über unterschiedliche Grundstücke erstreckt, waren etwa Grundstücksbereinigungen, die Einräumung von Baurechten oder Entschädigungen notwendig. Dazu kamen noch ein provisorischer, barrierefreier Iselkai oder die Erneuerung der Fernwärme- und Wasserleitungen.

Für den so genannten zweiten Bauabschnitt mit der Verbindungsbrücke und den dafür erforderlichen Adaptierungsmaßnahmen zwischen der Tiroler Fachberufsschule und dem Uni-Campus genehmigte die Landesregierung 780.000 Euro. Schließlich werden auch Pkw-Parkplätze errichtet.

Laut dem vorliegenden Finanzierungsplan werden die zusätzlichen 1,5 Millionen Euro noch heuer verbaut, die restlichen 500.000 Euro im kommenden Jahr.


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