Israels Regierungschef erneut zu Korruptionsfällen vernommen

Jerusalem (APA/AFP) - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ist erneut im Zusammenhang mit mutmaßlichen Korruptionsfällen ver...

Jerusalem (APA/AFP) - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ist erneut im Zusammenhang mit mutmaßlichen Korruptionsfällen vernommen worden. Laut Polizei wurde der Regierungschef am Freitag in seiner Residenz von Ermittlern der Einheit gegen Wirtschaftskriminalität befragt. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

Laut israelischen Medienberichten ging es in der Vernehmung um mutmaßliche Korruption im Zusammenhang mit dem Telekommunikationsunternehmen Bezeq und dessen größtem Anteilseigner Shaul Elovitch.

Es ist bereits das zwölfte Mal, dass Netanyahu als Zeuge oder Verdächtiger im Zuge von Korruptionsermittlungen vernommen wurde. Im Bezeq-Fall geht es um den Verdacht, Netanyahu habe dem Unternehmer Elovitch im Gegenzug für positive Berichterstattung eine für dessen Konzern günstige Gesetzgebung zugesichert. Elovitch wurde im Februar festgenommen.

Die israelische Polizei hatte im Februar eine Anklage gegen den Regierungschef wegen der Annahme von Bestechungsgeldern, Betrugs und Vertrauensmissbrauchs empfohlen. Eine Entscheidung traf die Generalstaatsanwaltschaft bisher nicht.

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Netanyahus Frau Sara wurde im Juni wegen Missbrauchs öffentlicher Gelder angeklagt. Sie soll gemeinsam mit einem Mitarbeiter bei Cateringfirmen Essen für mehr als 350.000 Schekel (umgerechnet rund 83.500 Euro) bestellt und auf Staatskosten abgerechnet haben.

Netanyahu beteuert in allen Fällen seine Unschuld, beklagt eine „Hexenjagd“ und kündigte an, im Amt bleiben zu wollen. Sollte es zu einer Anklage kommen, ist er gesetzlich nicht zum Rücktritt verpflichtet.


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