Frequency - Fabers falsches Statement: „Es könnte schöner sein“

St. Pölten (APA) - „Es könnte schöner sein“ lautete der Titel des zweiten Faber-Songs am Freitagnachmittag. So pointiert der Schweizer Liede...

St. Pölten (APA) - „Es könnte schöner sein“ lautete der Titel des zweiten Faber-Songs am Freitagnachmittag. So pointiert der Schweizer Liedermacher formulieren kann, hier musste man ihm ganz einfach ein falsches Statement unterstellen. Denn der zweite Frequency-Tag in diesem Jahr war in Sachen sommerlicher Grundstimmung nicht zu überbieten. Und auch musikalisch kam die Sache langsam ins Rollen.

Zuvor mussten die Festivalbesucher aber hart für ihr Vergnügen arbeiten: Immerhin hatte es sich das Ti:Kju - Twerk & Dance Studio auf der Green Stage zum Ziel gesetzt, den aktuell gültigen Twerking-Weltrekord für die meisten gleichzeitig tanzenden Menschen zu brechen. Notwendig waren dafür 407 Personen, geworden sind es letztendlich 458 Tanzwütige, die ihre Hintern im korrekten Rhythmus schüttelten. Eine schweißtreibende Angelegenheit, der hoffentlich auch die offizielle Anerkennung zu Teil wird.

Die Sonne kannte an diesem Nachmittag jedenfalls kein Erbarmen mit den zigtausenden Besuchern, die es sich vorzugsweise entlang und in der Traisen gemütlich machten. Einige Hartgesottene ließen sich aber auch die Einweihung der Space Stage durch die Salzburger Musiker von Please Madame nicht entgehen, die mit ihrem eingängigen Indierock durchaus zu begeistern wussten. Da war auch nach dem Gig die Schlange beim Autogrammzelt recht ordentlich. „Wir waren auf jeden Fall überrascht“, schmunzelte Gitarrist Laurenz Strasser danach im APA-Interview. „Es ist toll, wenn die Leute kommen und dir Feedback geben.“

Eine Herausforderung war die Show auf der großen Bühne dennoch für die jungen Musiker. „Unsere Kabeln haben nicht ausgereicht dafür“, lachte Sänger Dominik Wendl. „Und wenn du auf diese Bühne rauf gehst, dann dein Intro beginnt - das ist einfach ein ganz spezielles Gefühl. Das bekommst du mit keiner Droge auf der Welt hin. Ich habe mich nur gefragt: Warum haben wir das verdient?“ Auch Schlagzeuger Niklas Mayr stimmte da ein: „Wir könnten uns jetzt ja auch nicht vorstellen, wie es wäre, einen Coheadliner-Slot zu spielen.“ Einfach ein paar Zwischenschritte zu überspringen, sei wohl nicht gerade ratsam. „Du musst da reinwachsen“, so Strasser. Aber der Traum bleibt der Erfolg mit der Musik natürlich, räumte sein Sänger ein. „Wir lieben das einfach.“

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Und schön, natürlich war es schön - sicherlich auch für Faber, der vor einem goldenen Backdrop mit seiner Band eine äußerst schmackhafte Melange aus fein strukturiertem Pop und Worldmusic-Elementen servierte. Mitreißend wurde Julian Pollina, so sein bürgerlicher Name, etwa bei „Wem du‘s heute kannst besorgen“, das wunderbar hymnische „Alles Gute“ lud zum Mitsingen ein und die Versiertheit seiner Kollegen machte ohnehin Lust, sich die Hitze aus dem Körper zu schütteln. Da brauchte es auch keine überbordende Interaktion mit dem Publikum, hier stand ganz der Song im Zentrum.

Stilistisch waren diese beiden Beiträge jedenfalls am heutigen Tag etwas außen vor, immerhin war neuerlich reichlich Rap-Action angesagt - vom gefeierten Yung-Hurn-Kollegen Rin aus Deutschland über den US-Kapazunder Macklemore bis zu RAF Camora und Bonez MC. Wer es sich vielleicht doch zwischen Gitarren- und Drumsounds gemütlich machen möchte, dem sei noch der Auftritt von Thunderpussy auf der Weekender Stage ans Herz gelegt: bluesiger Rock‘n‘Roll, der zwar nichts neu, aber dafür so einiges richtig macht.

(S E R V I C E - www.frequency.at)


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