Schuberts Stockerl, Sinnhubers Sinnfrage

Tirols Vorstiegspezialist Jakob Schubert glänzte beim Boulder-Weltcupfinale als Dritter. Die Damen sorgten für Gesprächsstoff.

Im Halbfinale ließ Jakob Schubert die Muskeln spielen und zog als Vierter ins Finale ein.
© Heiko Wilhelm

Von Max Ischia

München –Noch am Vortag hatte Jakob Schubert nach seinem nur hauchdünn geschafften Halbfinaleinzug den Optimisten herausgekehrt: „Alles ist noch drin. Im Bouldern werden die Karten stets aufs Neue gemischt.“ Und so kam es auch. Platz vier in der Vorschlussrunde, ehe Schubert im abendlichen Finale der besten sechs noch einen draufpackte und schließlich über Rang drei jubelte. Hinter den beiden an diesem Abend bärenstarken Slowenen Gregor Verzonik und Jernej Kruder. 19 Tage vor der Heim-WM in Innsbruck (6. bis 16. September) unterstrich Vorstieg-Vizeweltmeister Schubert, dass mit ihm auch im Bouldern (und in der Kombination) zu rechnen sein wird. „Es war ein ziemlicher Fight und ich bin megahappy mit dem Stockerplatz“, frohlockte der 27-Jährige.

Bei den Damen hinterließ Karoline Sinnhuber einen glänzenden Eindruck und verpasste als Achte nur um Haaresbreite das Finale. Doch um den WM-Start der in Innsbruck lebenden Salzburgerin krümmt sich ein großes Fragezeichen. Die Situation ist gleichermaßen ungewöhnlich wie kurios: Weil die WM-Boulder-Qualifikation auf den Tag der Aufnahmeprüfung für ihr Sportmanagement-Studium fällt, entschloss sich Sinnhuber gegen einen WM-Start und teilte diesen Entschluss vor Wochen auch der Teamführung mit. „Ich bin auch schon 23 und muss halt schauen, dass ich irgendwann eine Ausbildung anfange.“

Dazu kam, dass Sinnhuber denkbar schlecht in die Saison gestartet war und nach drei unbefriedigenden Leistungen in Meiringen und zweimal in China nicht mehr für den Weltcup nominiert worden war. Stattdessen vertschüsste sie sich im Sommer für drei Wochen zum Klettern in die südafrikanischen Rocklands, um nun „wie befreit“ aufzutrumpfen. Jetzt bleibt abzuwarten, ob sich für Sinnhuber noch einmal die Türe zur Heim-WM öffnet – oder eben nicht.

Die Tirolerin Berit Schwaiger freut sich derweil uneingeschränkt auf den bevorstehenden Saisonhöhepunkt. Platz 13 in München sei ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. „Jetzt noch ein paar Prozent draufpacken und das notwendige Glück erzwingen.“

Bereits auf 100 Prozent scheint Janja Garnbret zu wandeln. Die erst 19-jährige Slowenin flashte alle vier Boulder und verwies die Japanerinnen Nonaka und Noguchi auf die Ehrenplätze.

Auch Karoline Sinnhuber zeigte sich überraschend stark und wurde als beste Österreicherin Achte.
© Heiko Wilhelm

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