Schnellere Diagnose für Patientinnen dank neuem Biopsiegerät in Linz

Linz (APA) - Dank eines neuen Biopsiegeräts bekommen Patientinnen mit Verdacht auf Brustkrebs im Ordensklinikum Linz seit vier Monaten schne...

Linz (APA) - Dank eines neuen Biopsiegeräts bekommen Patientinnen mit Verdacht auf Brustkrebs im Ordensklinikum Linz seit vier Monaten schneller eine Diagnose. Radiologen können mittels eingebauten Röntgens sofort sehen, ob dafür benötigte Mikrokalkspuren in der Probe sind. Bisher war unter Umständen eine zweite Entnahme nötig, erklärte Primar Manfred Gschwendtner in einem Pressegespräch am Montag in Linz.

Mikrokalkablagerungen in der Brust können ein Hinweis auf Krebs sein. „Eine Biopsie wird nur gemacht, wenn man nicht sagen kann, ob die Veränderungen gut- oder bösartig sind oder wenn sie sicher bösartig sind“, erklärte Radiologin Maria Miesbauer. Jede zehnte Frau sei statistisch im Laufe ihres Lebens von Brustkrebs betroffen. Kam es früher vor, dass in den entnommenen Proben keine Spuren von Mikrokalk enthalten waren, weil die Radiologen dies nicht überprüfen konnten, ermöglicht es das neue Gerät binnen acht Sekunden zu sehen, ob die gewünschte Ablagerung im entnommenen Gewebe vorhanden ist.

Damit bekommt der Pathologe nur noch relevante Proben auf den Tisch und er muss nicht mehr erst schauen, ob überhaupt der für die Diagnose notwendige Mikrokalk vorhanden ist. Das erspart der Patientin unnötige Probeentnahmen und eine Befundung ist rascher möglich. Die Proben werden wie bisher von der Pathologie binnen vier Tagen untersucht.

Der Apparat um rund 80.000 Euro ist seit vier Monaten im Einsatz, 30 Biopsien wurden bereits gemacht, erklärte Radiologe Gerald Haiderer. Die neue Methode bringe „eine 30 bis 40 Prozent erhöhte Detektionsrate und falsche positive Befunde verringern sich um 20 Prozent.“ Das Ordensklinikum war das erste Spital in Österreich und das zweite in Europa mit diesem Gerät, sagte Gschwendtner. Mittlerweile seien vier weitere in Österreich im Einsatz. Grundlage für das neue Mammobiopsiesystem sei die schon länger gebräuchliche Tomosynthese, die im Unterschied zur Mammografie dreidimensionale Bilder liefert.

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