,,Tatort“-Erfinder Gunther Witte im Alter von 82 Jahren gestorben

Gunther Witte prägte als Erfinder der Krimi-Reihe „Tatort“ das deutsche Fernsehen und den Sonntagabend. Auch der Start der „Lindenstraße“ fiel in seine Zeit als WDR-Fernsehspielchef. Nun ist er im Alter von 82 Jahren gestorben.

Gunther Witte hatte 1969 eine Idee, die viele Menschen bis heute begeistert.
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Berlin – Der „Tatort“-Erfinder Gunther Witte ist tot. Der ehemalige WDR-Fernsehspielchef, der einst das Konzept für die berühmte Krimi-Reihe entwickelte, starb überraschend bereits am vergangenen Donnerstag im Alter von 82 Jahren in Berlin, wie der WDR mitteilte. Das habe der Sender aus dem Kreis der Familie erfahren.

„Mit seiner einzigartigen Erfindung der ‚Tatort‘-Reihe hat er den WDR und das deutsche Fernsehen so nachhaltig geprägt wie kaum ein anderer: Sonntag, 20.15 Uhr ist nach wie vor ‚Tatort‘-Zeit im Ersten“, erklärte Intendant Tom Buhrow.

Witte war in Berlin aufgewachsen und nach dem Studium und einem Engagement in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) in den Westen gegangen. Anfang der 1960er-Jahre kam er zum WDR, zunächst als Redakteur und Dramaturg, 1979 wurde er Leiter der Abteilung Fernsehspiel. Das Konzept für den „Tatort“ entwickelte er 1969. Ein Jahr später lief mit „Taxi nach Leipzig“ die erste Folge. In seine Zeit als WDR-Fernsehspielchefs fiel auch der Start der Vorabendserie „Lindenstraße“.

Der 1935 im lettischen Riga geborene studierte Theaterwissenschaftler erhielt für sein Wirken unter anderem den renommierten Grimme-Preis sowie einen Ehren-Bambi.

Er arbeitete in der Fernsehspielabteilung, die er von 1979 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1998 leitete. Daneben machte er sich einen Namen als Produzent vieler Fernsehfilme wie „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ von Volker Schlöndorff.


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