OAS-Chef fordert Krisensitzung zur Flüchtlingswelle aus Venezuela

Caracas (APA/dpa) - Angesichts der Flüchtlingswelle aus Venezuela hat der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) eine...

Caracas (APA/dpa) - Angesichts der Flüchtlingswelle aus Venezuela hat der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) eine Krisensitzung des Ständigen Ausschusses der OAS gefordert. „Die Lage ist hoffnungslos. Das venezolanische Volk hat keinen Zugang zu den grundlegenden sozialen Dienstleistungen, das Gesundheits- und Bildungswesen ist zusammengebrochen.

Die öffentliche Hand ist nicht in der Lage, Wasser und Strom zur Verfügung zu stellen“, schrieb Luis Almagro am Montag. „Zur Ineffizienz der Regierung kommt noch die tyrannische Unterdrückung, unter der das Volk leidet.“

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben bisher 2,3 Millionen Venezolaner in anderen Ländern Zuflucht gesucht. Die Massenflucht gilt als eine der größten Migrationsbewegungen in der jüngeren Geschichte Lateinamerikas. Viele Nachbarländer sind von dem Ansturm überfordert. Um die Einreise der Flüchtlinge zu bremsen, verlangt Ecuador seit dem Wochenende, dass die Venezolaner über gültige Reisepässe verfügen. Auch Peru will seine Einreisebestimmungen bald verschärfen. In der brasilianischen Grenzregion kam es zuletzt zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen gegen Venezolaner.

Venezuela leidet unter einer schweren wirtschaftlichen Krise. Es mangelt an Nahrungsmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs. Für das laufende Jahr rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer Inflationsrate von einer Million Prozent. Außerdem könnte die venezolanische Wirtschaftsleistung um 18 Prozent einbrechen.

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