Mann nach Messerstichen bei Familienstreit in Wien in Lebensgefahr

Wien (APA) - Ein 24-Jähriger ist am Montagabend bei einem Streit in Wien-Meidling durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden. Der M...

Wien (APA) - Ein 24-Jähriger ist am Montagabend bei einem Streit in Wien-Meidling durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden. Der Mann kam laut Polizei als neuer Freund einer 32-Jährigen zu einer „familieninternen Verhandlung“ rund um die geplante Scheidung der Frau. Unter den rund 50 Anwesenden in einem Lokal entstand ein Streit. Laut der 32-Jährigen stach ihr Ehemann zu, dieser bestreitet die Tat.

Die Polizei wurde kurz nach 21.00 Uhr zu einer großen Rauferei vor das Cafe-Restaurant in der Steinbauergasse gerufen. Die serbische Großfamilie hatte sich dort getroffen, weil sich die 32-Jährige von ihrem 35-jährigen Mann scheiden lassen will. Darüber dürfte bereits im Vorfeld ein Streit entstanden sein, weshalb sich die zahlreichen Angehörigen und der neue Freund der Frau in dem Lokal zusammensetzten.

„Während der Besprechung kam es zu Meinungsverschiedenheiten unter den rund 50 Teilnehmern, woraufhin einige Personen das Lokal verließen“, berichtete Polizeisprecher Harald Sörös. Auf der Straße entwickelte sich eine Massenschlägerei. Während sich in dem Restaurant sowohl Männer als auch Frauen zur Aussprache getroffen hatten, beteiligten sich laut dem Sprecher vor allem die männlichen Anwesenden an der Rauferei.

Im Zuge der Auseinandersetzung erlitt der 24-Jährige zwei Lungenstiche. Der Schwerverletzte wurde von der Wiener Berufsrettung notfallmedizinisch versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Laut Sörös befand sich der junge Mann am Dienstag weiterhin in Lebensgefahr. Mehrere weitere Personen erlitten bei der Auseinandersetzung „leichte bis mittelschwere Verletzungen, wie blaue Augen und Abschürfungen“. Die meisten Betroffenen wollten sich jedoch nicht behandeln lassen, erläuterte Sörös.

Die Ehefrau beschuldigte ihren Noch-Ehemann, die Tat begangen zu haben. „Der 35-Jährige wurde festgenommen, streitet aber alles ab“, sagte Sörös. Die Ermittlungen des Landeskriminalamts dürften noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Es müssten zahlreiche Einvernahmen durchgeführt werden. Erst danach sind laut Sörös „nähere Erkenntnisse“ zu erwarten.

Bei dem Großeinsatz waren schlussendlich 16 Streifenwagenbesatzungen nötig, um die Situation zu beruhigen und die Streitenden zu trennen. Neben sechs Fahrzeugen des Stadtpolizeikommandos Meidling wurden vier der Sondereinheit WEGA, vier der Polizeidiensthundeeinheit und zwei der Landesverkehrsabteilung hinzugezogen. Rund 30 Beamte standen im Einsatz.


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