Alpbacher Gesundheitsgespräche - E-Medikation im Plan

Alpbach/Wien (APA) - Das Ausrollen der E-Medikation in Arztpraxen und Apotheken ist in Österreich im Plan. 2020/2021 soll das elektronische ...

Alpbach/Wien (APA) - Das Ausrollen der E-Medikation in Arztpraxen und Apotheken ist in Österreich im Plan. 2020/2021 soll das elektronische Rezept ohne Papier folgen, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz von Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Ärzte- und Apothekerkammer bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen.

„Es geht darum, für die Patienten ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten. (...) Wir haben schon rund 1.600 Ärzte in das E-Medikationssystem hineingebracht und rund 340 Apotheken ausstatten können“, sagte Alexander Biach, Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger.

Vorarlberg war das erste Bundesland, in dem das System ab Beginn dieses Jahres flächendeckend eingesetzt wurde. Die Steiermark und Kärnten folgten bereits. In diesem Herbst starten Tirol und Salzburg und Oberösterreich. Niederösterreich, das Burgenland und Wien werden im ersten Halbjahr 2019 das österreichweite System komplettieren.

Die Verzeichnung aller verschriebenen und in den Apotheken abgegebenen Arzneimittel soll vor allem die Gefahr von Wechselwirkungen minimieren, Doppelverschreibungen verhindern und schließlich auch die Ärzte bei „Fremdpatienten“ erst in die Lage versetzen, einen Überblick über die Medikation des Betroffenen zu erhalten. Bei einem Anteil von fast 50 Prozent der in den Apotheken abgegebenen Medikamente, Tees etc., die rezeptfrei erstanden werden können, ist die Aufnahme dieser Produkte ebenfalls enorm wichtig.

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„Es war eine mittelschwere Geburt. Der Patient ist der Hauptnutznießer. Er bekommt mehr Sicherheit“, sagte der Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer, Gerhard Kobinger. „Es ist gut gelaufen. Was noch zu verbessern ist, ist die Geschwindigkeit.“ Hier könnte die Apotheken-Software derzeit noch Probleme machen. Gleichzeitig wird derzeit die Bandbreite der Datenübertragung mit dem ELGA-System österreichweit verdoppelt.

Edgar Wutscher, Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer, betonte die Vorteile des Systems für die Hausärzte. Speziell bei „Fremdpatienten“ könne man sich einen Überblick über die bestehende Medikation verschaffen. Das gleiche gelte für Patienten, welche Hausarzt und verschiedene Fachärzte besuchten. In den Praxis gebe es keine Probleme mit der Geschwindigkeit des Systems.

„Die Etablierung der E-Medikation war gar nicht so einfach“, konstatierte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres. Der Hauptverband hat mit der Österreichischen Apothekerkammer vor kurzem - analog zu den Ärzten - einen Vertrag über die finanzielle Unterstützung der Apotheken für den Software-Service geschlossen. Ein Manko, wie Wutscher betonte: „Die Entlassungsmedikation von Patienten, die aus dem Spital kommen, ist noch nicht enthalten.“

Die Betreiber planen aber schon weiter. „Wir planen für 2020/2021 die Einführung des E-Rezepts“, kündigte Biach an. Dann soll die Verschreibung von Arzneimitteln papierlos über das ELGA-System erfolgen.


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