Ski-Stars im Zwei-Jahres-Takt: Arlberg fährt auf Weltcup ab

Sechs Jahre Pause sind genug: Ab 2019 soll der Ski-Weltcup der Damen alle zwei Jahre an den Arlberg. Doch die Pläne stehen auf wackeligen Beinen.

© gepa

Von Roman Stelzl

St. Anton a. A. –Ski-Weltcup in St. Anton am Arlberg? Das ist schon eine Zeit lang her. Der WM-Ort von 2001, der gerne der WM-Ort von 2023 geworden wäre, beheimatete zuletzt 2013 die Damen-Elite mit zwei Speed-Rennen. Vor zwei Jahren gab es aufgrund des zu späten Schneefalls eine Absage. Und wenn nun der Ski-Weltcup der Damen am 12. und 13. Jänner 2019 an den Arlberg zurückkehrt, geht für den Traditionsort, auch bekannt als Wiege des Skisports, eine lange Wartezeit zu Ende.

Warten will dort jetzt keiner mehr. Dafür sprechen die großen Pläne, die der veranstaltende SC Arlberg hat. „Wir wollen wieder alle zwei Jahre den Weltcup austragen. Von der FIS (Weltverband. Anm.) gibt es Interesse daran, und auch mit dem Österreichischen Skiverband (ÖSV, Anm.) haben wir gute Gespräche geführt – wir sind bereit“, erklärt Organisator Peter Mall.

Ebenfalls an Bord ist der Tourismusverband – ein wichtiger Punkt. Denn von touristischer Seite gab es aufgrund mangelnder Betten immer wieder Weltcup-Gegner – nun sollen die Arlberger aber Einigkeit zeigen. „Unser Wunsch ist es, dass der Weltcup in St. Anton wieder eine größere Rolle spielt. Es ist für uns eine große Werbung, wenn schöne Bilder in die Welt gesendet werden“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende Richard Walter.

Doch wie lassen sich Wunsch und Realität verbinden? Derzeit befindet sich St. Anton alternierend mit Bad Kleinkirchheim und Zauchensee in einem Dreijahres-Rhythmus. Heißt also: Kommt der Weltcup alle zwei Jahre, müsste einer dieser Orte auf die Speed-Rennen verzichten. Denn noch ein Wochenende mit Österreich-Rennen wird es nicht geben, wie FIS-Rennleiter Atle Skaardal erklärt. „Das ist für uns definitiv kein Thema. Aber wir verstehen die Probleme von St. Anton sehr gut und hatten gute Gespräche. Alle drei Jahre einen Weltcup auszutragen, ist nicht ideal für das OK-Team“, erklärt der schwedische Ex-Profi.

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Eine naheliegende Option: Entweder St. Anton, Zauchensee oder Bad Kleinkirchheim steigen auf Technik-Rennen um und wechseln sich mit anderen Orten ab. Skaardal: „Der ÖSV scheint an einem der drei Orte Technik-Rennen austragen zu wollen. Das ist eine Option.“ Im Verband selbst will man sich vorerst nicht dazu äußern. „Es ist ein Wunsch, und man muss natürlich sagen: St. Anton ist ein super Veranstalter“, erklärt ÖSV-Sportdirektor Hans Pum, ergänzt aber: „Wir haben nicht unbegrenzt Renntermine und können nicht alle nach Tirol vergeben. Es ist eine Überlegung und eine Entscheidung des Präsidiums.“

In St. Anton rüstet sich die „schwierigste Damen-Strecke im Weltcup“ aber nicht nur für die weibliche Zunft. Auch die Herren sollen am Arlberg um Punkte kämpfen. Zuletzt war das 2004 im Weltcup der Fall. Und das ist auch schon wieder eine Zeit lang her.

Ski-Weltcup

Bisherige Ski-Weltcup-Orte Tirols:

  • Kitzbühel (seit 1967)
  • Sölden (seit 1993 Ort des Weltcup-Auftakts)
  • Lienz (1969, 1988, seit 1997 alle zwei Jahre)
  • St. Anton am Arlberg (seit 1969 in wechselnden Abständen) - Innsbruck (1975, 98, 2000, 2003, 2014)
  • Kirchberg (82, 84, 89)
  • Fulpmes (1975)
  • Steinach am Brenner (1979)
  • Kühtai (2014)

Weltcup-Orte Saison 2018/19 in Österreich:

27./28.10.: Sölden (Riesentorlauf Damen und Herren).

28./29.12.: Semmering (Riesentorlauf und Slalom Damen).

8.1.: Flachau (Slalom Damen).

12./13.1.: St. Anton am Arlberg (Super-G und Abfahrt Damen).

25. bis 27.1. 2019: Kitzbühel (Abfahrt, Slalom und Super-G Herren).

29.1: Schladming (Slalom Herren).


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