100 Verfahren gegen Festspiele Erl

„Bei uns sind an die 100 Strafverfahren gegen die Festspiele anhängig“, berichtet Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer auf TT-Anfrage.

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Christoph Platzgummer.
© Thomas Böhm / TT

Erl, Kufstein –Ein Aktenberg mit dem Kennwort „Festspiele Erl“ ist in der örtlich zuständigen BH Kufstein entstanden. „Bei uns sind an die 100 Strafverfahren gegen die Festspiele anhängig“, berichtet Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer auf TT-Anfrage. Es gehe dabei um den Verdacht der illegalen Beschäftigung von Ausländern und um nicht bezahlte Sozialabgaben nach dem ASVG-Gesetz.

„Das Arbeitsmarktservie und die Finanzpolizei haben die Fälle angezeigt“, so Platzgummer. Jeder einzelne davon müsse nun geprüft werden. „Heuer werden wir mit dieser Vielzahl von Anzeigen sicher nicht mehr fertig“, sagt der Bezirkschef. Ob es für die Festspiele Geldstrafen geben wird bzw. in welcher Höhe, darüber wollte Platzgummer nicht spekulieren. „Das lässt sich seriös erst nach Abschluss der Verfahren sagen.“

Das Tiroler Arbeitsmarktservice (AMS) hat, wie berichtet, den Festspielen Erl nach wiederholten Übertretungen die weitere Beschäftigung von Ausländern, gemeint sind Bürger aus Nicht-EU-Staaten, bis Jänner 2019 untersagt. In Erl sind jedoch traditionell viele Nicht-EU-Bürger, etwa aus Weißrussland, im Orchester oder als singendes Personal auf der Bühne tätig. Einen personellen Engpass befürchtet man in Erl nach dem Einschreiten des AMS aber nicht. In der Herbst- und Wintersaison 2018 soll notfalls auf Künstler aus EU-Ländern zurückgegriffen werden.

Erl-Intendant Gustav Kuhn ist nach Vorwürfen, er habe Künstlerinnen sexuell belästigt, Ende Juli vorläufig zurückgetreten. Kuhn bestreitet die Vorfälle. Staatsanwaltschaft und Gleichbehandlungskommission sind mit der Causa befasst. (mark)


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