Lange Haftstrafen für Dealer-Paar

Italiener und Deutsche fungierten als Tiroler Drehscheibe für Handel mit Cannabiskraut.

Symbolfoto.
© Thomas Böhm

Innsbruck –Zunächst ungläubiges Staunen, dann Fassungslosigkeit und zum Schluss – umringt von Rechtsvertretern und Justizwachebeamten – Tränen und eine lange innige Umarmung. Am Innsbrucker Landesgericht wurden gestern ein 23-jähriger Italiener und seine 22-jährige Lebensgefährtin aus Deutschland nicht rechtskräftig zu sechs Jahren bzw. zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richterin Verena Offer sah es als erwiesen an, dass der 23-Jährige über einen Zeitraum von mehreren Monaten insgesamt rund 28 Kilogramm Cannabiskraut aus Italien übernommen und 20Kilo weiter nach Deutschland geschickt hat. Den Rest hatte er gemeinsam mit Unterstützung seiner Freundin hierzulande weiterverkauft bzw. selbst konsumiert.

Für die beiden Angeklagten, die sich in den wesentlichen Anklagepunkten geständig zeigten, war es nicht der erste Gerichtstermin in der Causa: Bereits im Juli waren sie als Zweit- und Drittangeklagte vor einem Schwurgericht gestanden. Hauptangeklagter damals: ein 42-jähriger Italiener, der sich zwischenzeitlich als führendes Mitglied einer mafiaähnlichen Vereinigung in Süditalien dargestellt hatte und im großen Stil Suchtgift nach Tirol geschafft haben soll. Der Prozess wurde seinerzeit vertagt und die Verfahren gegen die beiden Mitangeklagten ausgeschieden, um diese gestern extra zu verhandeln.

Die Mitgliedschaft in einer italienischen Mafia-Organisation konnte das Gericht gestern nicht erkennen. Sehr wohl aber sei die Art und Weise, wie die beiden mit Lieferanten und Abnehmern die Verteilung der Drogen organisiert und als zentrale Drehscheibe in Tirol fungiert hatten, als Taten einer kriminellen Vereinigung zu werten. Daher und aufgrund der großen gehandelten Gesamtmenge seien die Strafen in dieser Höhe zu verhängen gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung. (np)

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