Papst ließ sich Videos brutaler Folterungen in Libyen zeigen

Zu sehen seien Bilder junger Flüchtlinge, die ausgepeitscht werden und mit dem Kopf nach unten an Seilen hängen. Die schrecklichen Bilder würden bezeugen, dass Libyen keineswegs ein „sicherer Hafen“ sei, zu dem man Migranten zurückschicken könne.

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Papst Franziskus - hier bei einer rituellen Fußwaschung in Rom - setzt sich immer wieder für Flüchtlinge ein.
© APA/AFP/STR

Vatikanstadt - Papst Franziskus hat Videos von Folterungen von Migranten in Libyen gesehen. Der Papst habe selber seine Mitarbeiter gebeten, diese Aufnahmen sehen zu können. Sie wurden per Smartphone von Migranten verbreitet, die nach Europa gelangen konnten, berichtete die katholische Tageszeitung L‘Avvenire am Dienstag.

Zu sehen seien Bilder junger Afrikaner, die geschlagen, ausgepeitscht und mit dem Kopf nach unten an Seilen hängen, berichtete das Blatt. „Ich habe gesehen, welches Schicksal auf diejenigen Migranten wartet, die nach Libyen zurückgeschickt werden“, hatte der Papst am Sonntag im Gespräch mit Journalisten in der Maschine auf der Heimreise von Irland nach Rom gesagt.

Die Tageszeitung der italienischen Bischofskonferenz veröffentlichte einige Bilder der Folterungen. „Der Papst, der stets den Leidenden nahe ist, hat nicht gezögert und hat die Beweise der Folterungen sehen wollen“, berichtete das Blatt. Diese Bilder bezeugen, dass Libyen keineswegs ein „sicherer Hafen“ sei, zu dem man im Mittelmeer geretteten Migranten zurückschicken könne, so die Tageszeitung. Die Folterszenen wurden von Menschenhändlern aufgenommen, um die Angehörigen der Migranten zur Zahlung von Lösegeld zu zwingen. (APA)

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