Ungarn klagt zwei Ex-Kader der PKK wegen Terrorismus an

Budapest (APA/dpa) - In Ungarn sind zwei Kurden als Ex-Kader der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) wegen Unterstützung einer terroristischen O...

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Budapest (APA/dpa) - In Ungarn sind zwei Kurden als Ex-Kader der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) wegen Unterstützung einer terroristischen Organisation angeklagt worden. Der Mann, ein Kurde aus der Türkei, und seine Frau, eine Kurdin aus dem Iran, sollen zwischen 2010 und 2015 in Militäreinheiten der PKK im Irak und in Syrien tätig gewesen sein, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Dienstag.

Die PKK ist nicht nur in der Türkei, sondern auch in der EU und den USA als terroristische Vereinigung eingestuft. Sie kämpft seit 1984 mit Waffengewalt und Anschlägen für einen kurdischen Staat oder ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. Dabei wurden rund 40.000 Menschen getötet. Etwa 24 Millionen Kurden leben über die Länder Türkei, Irak, Iran und Syrien verteilt.

Das kurdische Paar war im letzten März in Ungarn verhaftet worden, nachdem es dort um Asyl angesucht hatte. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft in der südungarischen Stadt Szeged erhielten die beiden in PKK-Lagern im Nordirak eine militärische Ausbildung. In der Folge dienten sie nicht in Kampfeinheiten, sondern versahen Aufgaben im Nachschub. Zunächst versorgten sie in der Türkei kämpfende PKK-Einheiten mit Lebensmitteln und Kleidung, dann im nordsyrischen Kobane Verbände der dortigen Kurden-Miliz YPG.

In Kobane hatte die YPG, die als PKK-Ableger gilt und vom US-Militär unterstützt wird, erfolgreich gegen die islamistische Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gekämpft.

Die beiden Angeklagten hatten noch in Syrien geheiratet und sich dann von ihrer Einheit in den Irak abgesetzt. Von dort gelangten sie mit Hilfe von Schleppern nach Ungarn. Ihr Prozess soll am Gericht von Szeged stattfinden. Ein Termin steht noch nicht fest.


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