Grüne Wiese in Mayrhofen wurde zum Schwarzbau

Jahrelang wurde ein Feld bei der Ahornbahn von der Bergbahn als Parkplatz genutzt – ohne Baugenehmigung und Widmung. Jetzt untersagte die Gemeinde diese Nutzung. Die Bergbahn will aber nicht ganz darauf verzichten.

© Dähling

Von Angela Dähling

Mayrhofen –Er war zwar nur geschottert und nicht asphaltiert, aber die Parkleitschilder bei der Ahornbahn weisen eindeutig darauf hin: Der Wiesenplatz hinter der Ahornbahn zählt zum Parkplatz der Bergbahn AG. Inzwischen hat der Schotter neben dem Privatweg neuem Saatgut Platz gemacht. Das Feld ist wieder ein Feld, auch wenn die Parkleitschilder geblieben sind.

Was ist passiert? Vor einem Jahr kam im Mayrhofner Gemeinderat das Thema erstmals durch einen Mandatar auf den Tisch: Gibt es für die Parkplatznutzung auf dem 10.000 m² großen Feld überhaupt eine Genehmigung und eine Widmung, lautete die Frage. Ein Ermittlungsverfahren startete und dabei wurde auch der Grundbesitzer Paul Geisler um Stellungnahme gebeten. Das Ergebnis des Verfahrens: Der Dauerparkplatz ist illegal. Zwar hatte die Mayr­hofner Bergbahn als Pächter einen wasserrechtlichen Bescheid eingeholt. „Aber damit kann man nicht der Baugenehmigung entgehen“, weiß Bürgermeisterin Monika Wechselberger. Vor wenigen Wochen stellte die Gemeinde daher einen Bescheid zur Unterlassung der Nutzung als Parkplatz aus.

Grundbesitzer Paul Geisler hatte zwar inzwischen um Widmung angesucht, doch schnell festgestellt, dass das ein aussichtsloses Unterfangen sein dürfte. Denn im Raumordnungsausschuss herrschte die Meinung vor, dass man keine Widmung wolle. Der Gemeinderat hat noch nicht darüber befunden. „Das ist auch nicht mehr nötig“, meint Geisler. Ihm sei das letztlich nämlich egal, sagt er. „Auch wenn ich nicht verstehe, dass der Parkplatz nicht gewünscht ist. Schließlich wird er für die Sprungschanzenanlage gebraucht und auch für Veranstaltungen wie ,Rise & Fall‘“, erklärt er und dass er für alles sei, was dem Tourismus und der Jugend nütze.

Der winterliche Staffelbewerb „Rise & Fall“ sei vor mehreren Jahren der Anlass gewesen, warum die Bergbahn auf Geislers Feld als behelfsmäßigen Parkplatz kurzfristig wetterbedingt zurückgegriffen habe, erinnert sich Bergbahn-Vorstand Josef Reiter. „Das war damals eine spontane Reaktion und keinem war bewusst, dass es für einen Schotterparkplatz eine Baugenehmigung braucht“, sagt Reiter. Nachdem die Gemeinde den Unterlassungsbescheid ausgestellt hatte, wurde die Bergbahn umgehend tätig. Sie entfernte den Schotter und säte Grassamen ein. Für BM Monika Wechselberger ist das Thema damit erledigt. Warum die Parkschilder trotzdem geblieben sind? „Es bleibt ein temporärer Ausweichparkplatz für absolute Spitzentage“, sagt Reiter. Mehr Parkflächen wolle die Bahn ohnehin nicht. „Im Gegenteil, wir setzen Maßnahmen, den Individualverkehr zu reduzieren“, betont Reiter. So finanziere die Bahn in der Hochsaison seit Kurzem einen Sommerbus parallel zum Dörferbus um 45.000 Euro mit, der heuer 7000 Autofahrten eingespart habe. „Es laufen Gespräche mit dem VVT, die Zillertal Aktivcard auszuweiten, sodass wöchentlich eine Gratis-Fahrt mit Bus und Bahn bis Innsbruck möglich wird.

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